Der Kandidaten-Check

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Rund 1,3 Millionen Hamburger haben bereits ihre Wahlbenachrichtigung bekommen 
 
Dirk Marx  (47, CDU), geschieden, ein Kind, Wohnort St. Pauli, Hobby: Politik Fotos: wb
 
Frank Schira  (49, CDU), verheiratet, keine Kinder, Wohnort Harvestehude, Hobbys: Lesen, Geschichte, Sport
 
Johannes Kahrs (49, SPD), ledig, keine Kinder, Wohnort St. Georg, Hobbys: Sport, Lesen, Politik
 
Aydan Özoguz (46, SPD), verheiratet, ein Kind, Wohnort Rahlstedt/Oldenfelde, Hobbys: Schwimmen und Fahrradfahren
 
Cornelia Kerth, 59, Single, keine Kinder, Wohnort Eilbek, Hobbys: Reisen, Lesen, mit Freunden Kochen und Essen
 
Ulf Ohms, 53, verheiratet, zwei Kinder, Wohnort Volksdorf, Hobbys: Radfahren, Rudern, Lesen, Kochen

Das Wochenblatt fragt die Bewerber der Parteien
für die Bundestagswahl

Von Rainer Glitz
Hamburg. Angela Merkel oder Peer Steinbrück? Wer regiert künftig in Deutschland? Und wer kommt in den 18. Deutschen Bundestag? Diese Fragen werden am 22. September bei der Bundestagswahl beantwortet. Gesucht werden 598 Abgeordnete. Allein in Hamburg sind bereits 1.306.966 Wahlbenachrichtigungen verschickt worden. Dort ist vermerkt, in welchem Wahllokal man am 22. September zwischen 8 und 18 Uhr seine beiden Kreuze machen kann. Denn wie immer hat man zwei Stimmen: Die Erststimme ist für den Direktkandidaten im einem der bundesweit 299 Wahlkreise. Hamburg hat sechs Bundestags-Wahlkreise: Altona, Eimsbüttel, Bergedorf-Harburg, Mitte, Nord und Wandsbek. Mit der Zweitstimme wird die Partei gewählt. Das Bundesergebnis bestimmt dann, wie viele Kandidaten der jeweiligen Landeslisten nach Berlin gehen. In Hamburg stehen 107 Frauen und Männer auf 13 Landeslisten zur Wahl. Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2009 waren es nur 76 auf 11 Landeslisten. In der Hansestadt wird am 22. September aber nicht nur der neue Bundestag gewählt. Es findet zeitgleich der Volksentscheid über den Rückkauf der Strom-, Fernwärme- und Gasleitungsnetze statt. Die Stellungnahmen der Initiative „Unser Hamburg – unser Netz“ und der Bürgerschaftsfraktionen wurden mit der Wahlbenachrichtigung verschickt. Abstimmen dürfen beim Volksentscheid erstmals auch 16- und 17-Jährige. Das Hamburger WochenBlatt wird in dieser und den kommenden Ausgaben vor der Wahl die Direktkandidaten der wichtigsten Parteien in den Wahlkreisen Nord, Mitte und Wandsbek vorstellen. Allen wurden dieselben fünf Fragen gestellt.

Dirk Marx (47) CDU (Eilbek, Dulsberg, Hohenfelde)
Größte politische Leistung?
Ich habe mich in den letzten Jahren sehr stark für St. Pauli eingesetzt. Einer der Erfolge, die man natürlich nicht allein erreicht, ist zum Beispiel, dass wir bei der Planung der Rindermarkthalle mit dazu beigetragen haben, dass St. Pauli nicht noch eine zusätzliche Veranstaltungshalle bekommen hat. Wir haben als erste erkannt, dass die Bevölkerung das nicht wollte.

Größter politischer Fehler?
Was ich mir immer noch vorwerfe ist, dass ich bei der Delegiertenversammlung nach der vorletzten Wahl nicht aufgestanden bin und etwas gegen die Veränderung des Schulsystems gesagt habe. Ich war starker Befürworter der schwarz-grünen Koalition zu dem Zeitpunkt, allerdings waren wir, glaube ich, alle zu euphorisch.
 
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Ich bin kleiner mittelständischer Unternehmer. Ich rege mich auf, dass dem deutschen Unternehmertum das Dogma umgehängt wird, wir würden die Leute nur ausbeuten. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Mittelstand dieses Land auch durch diese Krise gebracht hat, dadurch dass er keine Leute entlassen hat, weiter ausgebildet hat und keine Steueroasen aufgesucht hat. Das muss honoriert werden, das heißt keine zusätzlichen Belastungen in diesem Bereich.

Was hätte Mitte von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Die Verkehrspolitik ist in Mitte ein großer Aufreger. Alle Parteien müssen sich vorwerfen lassen, dass sie sich in den vergangenen 25 bis 30 Jahren nicht um die Infrastruktur gekümmert haben. Da ist der Weg erst begonnen worden. Wir müssen uns überlegen: Brauchen wir nicht doch die Stadtbahn? Brauchen wir nicht doch Zufahrtsbeschränkungen in der City zu gewissen Zeiten?

Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Dann mache ich weiter Politik, ich werde mich wieder für die Bezirksversammlung bewerben. In der Politik muss man schon Dauerläufer sein, sonst kann man in Mitte nichts werden.

Frank Schira (49) CDU (Wandsbek)
Größte politische Leistung?
Ich glaube, ich habe als CDU-Fraktionsvorsitzender im von-Beust-Senat die Fraktion in den drei Jahren gut aufgestellt. Wir haben keine Abstimmungsniederlage im Parlament gehabt, und so manches auch über die CDU beim Bürgermeister durchgesetzt.
Größter politischer Fehler?
Ich glaube, die Schulpolitik insgesamt. Das Prinzip der Freiwilligkeit, auf das wir als CDU immer gesetzt haben, hätten wir stärker durchsetzen müssen auch im Gespräch mit den Grünen. Da hätte man insgesamt mehr gegensteuern müssen, was die Primarschule damals angeht.
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Auf jeden Fall ist es das Thema Pflege. Ich komme beruflich aus diesem Umfeld und war 15 Jahre leitender kaufmännischer Angestellter in einem Unternehmen, das sich mit Pflege beschäftigt. Ich habe daher ganz gute Einblicke. Da muss unglaublich viel getan werden, dafür möchte ich mich ganz besonders in Berlin einsetzen.
Was hätte Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Ich bin in Steilshoop aufgewachsen und kenne den Bezirk. Auch in Wandsbek haben wir eine zunehmende Zahl an älteren Menschen, die sich natürlich auch über das Thema Pflege Gedanken machen. Wir haben im Bezirk viele Senioreneinrichtungen, um die ich mich kümmern möchte. Ein weiteres Thema ist das Ehrenamt. Wir haben sehr viele Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren, Stadtteilinitiativen. Das dritte Thema ist für mich die Wirtschaft, wir sind ein Bezirk mit vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, aber auch großen. Der Wirtschaft muss es insgesamt gut gehen, denn sie schafft Arbeitsplätze.
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Dann geht die Welt auch nicht unter. Ich kann damit umgehen. Aber ich hoffe allerdings, dass es klappt.

Johannes Kahrs (49) SPD (Eilbek, Dulsberg, Hohenfelde)
Größte politische Leistung?
Ich habe im Haushaltsausschuss durchgesetzt, dass die Sanierung unserer Hauptkirchen St. Katharinen und St. Nicolai mit jeweils etwa sieben Millionen Euro mitfinanziert wurde. Derzeit arbeite ich daran, dass die Sanierung des Bismarckdenkmals ermöglicht wird. Am schwierigsten war es, die 300 Millionen Euro für den Neubau der fünften Schleuse am Nord-Ostseekanal durchzusetzen. Es fehlen auch noch 1,2 Milliarden für die Grundsanierung.
 
Größter politischer Fehler?
Seit fünf Jahren arbeite ich mit einem Team an einem Konzept für den Bau  und den Betrieb eines  Auszubildendenwohnheimes. Ziel sind 150 bis 180 Millionen für 600 Zimmer für Auszubildende. Und ich will es in diesem Jahr noch in Sack und Pack haben, habe es aber noch nicht. Das Verfahren läuft, es ist aber noch nichts beschlossen.

Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Ich will jetzt im Haushaltsausschuss die Finanzierung der Elbvertiefung, der Grundsanierung des Nord-Ostseekanals, den Ausbau des Schiffshebewerkes in Scharnebeck und den Ausbau der A 20 mit Elbüberquerung durchsetzen.
 
Was hätte Mitte von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Ich setze mich für den Bau von bezahlbaren Wohnungen und den notwendigen Bau von Kindergärten ein. Die Mieten müssen für den normalen Menschen bezahlbar sein, deswegen bin ich für eine Mietpreisbremse und dafür, dass in Zukunft der Eigentümer den Makler bezahlen muss. Weitere Schwerpunkte sind die Finanzierung der energetischen Gebäudesanierung, die Sanierung von Straßen und der Ausbau von Fahrradwegen. Außerdem müssen im ÖPNV mehr Fahrstühle und Rolltreppen gebaut werden.
 
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Dann suche ich mir einen neuen Job Ich komme aus der Wohnungswirtschaft, das hat mir sehr gefallen.

Aydan Özguz (46) SPD (Wandsbek)
Größte politische Leistung?
Das Beste an meinem bisherigen politischen Leben ist, dass Olaf Scholz Bürgermeister in Hamburg geworden ist. Ich habe 2011 ordentlich Wahlkampf gemacht und hatte seit 2001 als Bürgerschaftsabgeordnete mit allen anderen zusammen an der Neuaufstellung der SPD-Fraktion gearbeitet. Als Bundestagsabgeordnete habe ich mich sehr für den Erhalt des Bundeswehrkrankenhauses in Wandsbek eingesetzt und für das „Haus am See“ in Hohenhorst. Damals hatte der schwarz-grüne Senat vergessen, die Mittel abzufordern.
Größter politischer Fehler?
Das hat im Grunde vor meiner Zeit angefangen, das war, dass ein Mensch wie Schill in Hamburg gewählt werden konnte. Vielleicht kann man sagen: Dass ich nicht vorher schon aktiv war, um das zu verhindern.
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Ich würde die Familien- und Seniorenpolitik gerne weitermachen.  Rahlstedt ist der kinderreichste Stadtteil, und zu uns nach Wandsbek ziehen viele Familien. Wir müssen ganz stark aufpassen, dass die Mieten nicht anziehen und alle Familien und Senioren dort wohnen bleiben können.
Was hätte Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Ich glaube, die Helmut-Schmidt-Universität und das Bundeswehrkrankenhaus müssen sehr gepflegt werden. Und ich glaube, dass die Stadtteilkultur ein wichtiger Punkt ist. Ich merke, dass in anderen Bezirken gebündelter vorgegangen wird. Bei uns gibt es wahnsinnig viele Initiativen, die wirklich sehr engagiert sind. Aber wir müssen sie besser bündeln. Ich habe versprochen, dass ich mich dafür sehr einsetzen werde.
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Ich tue erst mal alles dafür, dass es klappen wird.


Klaus-Dieter Abend (67) FDP

Größte politische Leistung?
In der Zeit mit der CDU haben wir in Hamburg Einiges hinbringen können. Aber einen großen Erfolg, den ich mir persönlich auf meine Fahnen schreiben könnte, gibt es nicht.
 
Größter politischer Fehler?
Ich war an einigen Dingen zur Zeiten der Koalition mit der CDU in Hamburg mit beteiligt, die nachher nicht das geworden sind, was man sich davon versprochen hatte. Aber direkte Misserfolge habe ich nicht zu verzeichnen.
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Die wichtigsten Themen für mich sind Umweltschutz, Energie, Verkehr, Bildung und Einrichtungen für Kinder und Senioren. Da muss etwas mehr gemacht werden. Das hieße Gesetze ändern bei der Rente, der Pflege- und der Krankenversicherung. Damit würde ich mich gerne beschäftigen.

Was hätte Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
In Wandsbek ist für mich die S-Bahnlinie 4 wichtig. Außerdem der Ausbau des Straßennetzes, damit der Verkehr besser fließt. Es gibt zu viel Stop and Go. Wenn man die Leute dazu bringen will, den Öffentlichen Nahverkehr öfter zu nutzen, muss der erst einmal ausgebaut werden. Die U-Bahnwaggons  sind morgens und abends voll, das ist ganz schlimm. Die Züge müssen häufiger fahren.
 
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Dann kaufe ich mir einen Schaukelstuhl, und nach 14 Tagen fange ich an zu schaukeln. (lacht) Ich habe 50 Berufsjahre hinter mir, da wird man etwas ruhiger und abgeklärter. Da habe ich mehr Zeit für meine Frau.


Katja Husen (37) Bündnis 90 die Grünen

Größte politische Leistung?
Ich habe das Projekt „Grünes UKE“ ganz maßgeblich mit begleitet.
Das UKE kann von sich behaupten, das nachhaltigste Uni-Klinikum in Deutschland zu sein, das ist für mich ein großer Erfolg. Als Abgeordnete habe ich an meiner Forderung nach einem umfassenden Rauchverbot festgehalten, trotz der sehr aggressiven, sehr persönlichen und sehr beleidigenden E-Mails und Briefe, die ich in der Zeit in großen Mengen erhalten habe.
 
Größter politischer Fehler?
Ein Fehler fällt mir nicht ein, aber ein politischer Misserfolg. Mir ist es damals gegen die CDU-Alleinregierung nicht gelungen, das Augenmerk noch mehr auf die Situation von suchtabhängigen Menschen in Hamburg zu lenken, gerade von Obdachlosen. Deren Lage hat sich so massiv verschlechtert. Da hätte ich vielleicht doch noch mehr versuchen müssen, mehr Öffentlichkeit zu schaffen.
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Eine gute Wissenschaftspolitik für Hamburg, auch in Absprache mit den anderen Bundesländern. Die Frage, wie man wegkommen kann von diesem Exzellenzwahn, wo immer nur mehr Geld in die immer gleichen Strukturen fließt. Ich möchte wieder hin zu einer Förderung auch in der Breite, aus der dann wirklich Exzellenz erwachsen kann..

Was hätte Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Themen in Wandsbek sind auf jeden Fall Bildung und Verkehr. Für den Bezirk wäre es sicherlich wichtig, sich mit anderen Bundesländern abzustimmen für gemeinsame Strategien auch für den Wirtschaftsverkehr, die nicht an der hamburgischen Landesgrenze aufhören, sondern Schleswig-Holstein und Niedersachsen mit einbinden. Das machen Bayern und Baden-Württemberg bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten leider wirklich besser.
 
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Dann mache ich Politik als Hobby weiter und genieße die Zeit, die ich dadurch einspare.

Cornelia Kerth (59) Die Linke
Größte politische
Leistung?
Meine allerfrüheste politische Erfahrung war die Bewegung gegen den Vietnamkrieg, die war erfolgreich letzten Endes. Ich war Teil der Friedensbewegung der 80er Jahre, da haben wir Millionen von Menschen bewegt. Und wir haben die Linke als Partei links der SPD etabliert als Interessenvertreterin der Arbeitenden und Arbeitslosen. Das ist aber keine Leistung, die man einer Person zuordnen kann. Daran habe ich ganz klitzekleine Anteile.
 
Größter politischer Fehler?
Auch da würde ich nicht sagen, dass man etwas persönlich zuordnen kann. Man war zu bestimmten Zeiten des Lebens natürlich außerordentlich blauäugig, was die Möglichkeit und die Geschwindigkeit von Veränderung angeht. Wichtig ist, dass man lernt im Prozess und aus politischen Fehlern klug wird und die Erfahrung einbringt. Natürlich war ich auch an Fehleinschätzungen beteiligt.
 
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin
vorgenommen?
Ich gehe davon aus, dass die Linke in der Opposition bleibt. Das ist ihre Aufgabe, das ist ihre Rolle. Und als Oppositionspartei geht es darum, Politik für Frieden und soziale Gerechtigkeit auf der Tagesordnung zu halten und die Forderungen voran zu bringen.
 
Was hätte Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Es geht darum, dass man Projekte, die man in Wandsbek braucht, nur finanzieren kann in Ko-Finanzierung mit dem Bund. Es gibt Stadtteile in Wandsbek, die sozial abgehängt sind und auch verkehrsmäßig abgehängt sind: Jenfeld, Steilshoop, Großlohe. Die soziale Spaltung wird nur aufgehoben, wenn es gelingt, insgesamt umzusteuern mit Steuern als Werkzeug.
 
Wenn Sie nicht gewählt
werden...?
Ich arbeite hauptsächlich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, ich engagiere mich in der Unterstützungsarbeit für Flüchtlinge. Ich denke: Deutschland ist nicht allein in der Welt. 30.000 Kinder sterben jeden Tag an Hunger und vermeidbaren Krankheiten. Dass Leute aus solchen Lebensbedingungen in die reichen Länder der Welt kommen, finde ich nur normal. Und ich arbeite weiterhin in der Beratung für Sinti und Roma in Wilhelmsburg.

Ulf Ohms (53) Freie Wähler
Größte politische Leistung?
Mein größter politischer Erfolg war, dass ich bei der Verhinderung der Primarschule in Hamburg mitgewirkt habe. Das kann man so sagen. Bei den Freien Wählern bin ich seit drei Jahren aktiv, da sind unsere Erfolge noch nicht zu sehen, wir wollen ja erst in die Parlamente.
 
Größter politischer Fehler?
Wir hatten noch nicht so viele Gelegenheiten, Fehler zu machen. Da wird vielleicht noch etwas kommen. Wer viel arbeitet, macht auch viele Fehler.
 
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Ganz wichtig für mich ist die Schulpolitik, und da die Beseitigung der föderalen Schranken. Familien werden sehr stark behindert, wenn sie innerhalb Deutschlands von einem Bundesland zum anderen umziehen wollen. Wenn man zum Beispiel von Hamburg nach Baden-Württemberg zieht, ist es schwer, eine Schule zu finden, an der Spanisch unterrichtet wird.
Was hätte der Wahlkreis Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Mein Schwerpunkt ist der Bildungsbereich. Wandsbek profitiert natürlich auch davon, wenn es mit der Bildung auf Bundesebene vorwärts geht. Es wird nach wie vor zu wenig in die Bildung investiert. Und das Geld, das investiert wird, wird falsch eingesetzt.
 
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Ich mache weiterhin Elternarbeit. Aber wir sind als Freie Wähler auch nicht unbedingt darauf angewiesen, einen Wahlkreis zu gewinnen. Wir wollen als Bürger antreten, nicht als Politiker.

Katja Falkenbach 27 Piraten Partei

Größte politische Leistung?
Ich bin in der Piraten-Bezirksfraktion Hamburg-Mitte. Wir sind noch neu, aber wir haben es gemeinsam geschafft, eine Homepage zu entwickeln. Darauf können die Bürger endlich nachlesen, was im Bezirk passiert. Das bedeutet: Alle Protokolle, alle Unterlagen, alle Ausschusssitzungen. Alles kann verfolgt werden. Das ist etwas, was die Verwaltung bis heute nicht hinbekommen hat. Ich finde, das ist ein sehr großer politischer Erfolg.
 
Größter politischer Fehler?
Ich habe bei der Landtagswahl in  Niedersachsen mitgeholfen. Dort waren die Menschen uns gegenüber sehr negativ eingestellt und wollten gar nicht zuhören. Dort ist definitiv von unserer Seite aus etwas nicht optimal gelaufen, wir haben die Leute irgendwie gegen uns aufgebracht. Im Endeffekt sind wir nicht in den Landtag eingezogen, das war schon ein Misserfolg. Daran müssen wir Piraten noch arbeiten.
 
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Ich finde den Haushalt sehr wichtig. Den Hamburger Haushalt habe ich schon genau unter die Lupe genommen, der Bundeshaushalt ist natürlich noch viel komplizierter. Das übergreifende Thema ist für mich Transparenz. Das dritte, was für mich ein großes Anliegen ist, ist das bedingungslose Grundeinkommen. Da widersetzen sich derzeit die großen Parteien auch der Diskussion. Ich gehe nicht davon aus, dass wir in den nächsten Jahren das Grundeinkommen einführen werden. Aber es ist wichtig, darüber zu reden und dann etwas zu entwickeln.
 
Was hätte der Wahlbezirk Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Ich würde mich für die Infrastruktur einsetzen. Wenn man hier die Straßen sieht in Wandsbek, das ist schon schlimm. Dann ist da der Bereich Schulen. Wir möchten, dass Schule nicht mehr nur Ländersache ist. Wir brauchen endlich ein einheitliches System auf Bundesebene. Davon würden auch Wandsbeker Schulen profitieren, auch was das Thema Inklusion angeht. Das möchte ich aktiv fördern und voranbringen.
 
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Uns stehen die Bezirkswahlen in Hamburg bevor, da ist eine Menge zu tun. Gleichzeitig ist Europawahl. Und ich werde in Hamburg weiter in der Fraktion mitarbeiten und mich für lokale Themen einsetzen.

Joachim Körner 65 Alternative für Deutschland


Größte politische Leistung?
Unsere Hauptleistung ist, dass wir jetzt den Wahlkampf begonnen haben. Dass wir plakatieren und Veranstaltungen machen, den Bürgern Rede und Antwort stehen. Das ist schon etwas Besonderes, denn zumindest ich bin völliger Neuling. Ich habe mich vorher nie politisch betätigt, erst jetzt als Rentner.
 
Größter politischer Fehler?
Natürlich haben wir dazu lernen müssen. Wir standen schon einmal an einem Stand, wo der Markt nicht war. Überall, wo man neu anfängt, muss man Lehrgeld bezahlen.
 
Was haben Sie sich für die politische Arbeit in Berlin vorgenommen?
Da ist einmal die fehlerhafte Europolitik, das hat mich auch sehr motiviert, bei der AfD mitzumachen. Beim ESM werden alle Rechtsprinzipien und auch alle wirtschaftlichen und kaufmännischen Prinzipien über den Haufen geworfen. Das zweite Thema ist mehr Mitsprache für den Bürger, mehr Demokratie. Dass der Bundeskanzler direkt gewählt werden kann, dazu mehr Volksentscheide. Und auch Europa muss mehr demokratisiert werden.
 
Was hätte der Wahlkreis Wandsbek von Ihrer Parlamentstätigkeit?
Im Moment spielen natürlich vor allem die bundespolitischen Themen eine Rolle. In Hamburg wäre Schulpolitik für mich ein Thema. Eine gute Ausbildung für die jungen Leute ist wichtig, damit wir weiter wettbewerbsfähig sind. Und das nicht nur im europäischen Kontext, sondern auch auf dem Weltmarkt.
 
Wenn Sie nicht gewählt werden...?
Dann wird eben weiter gekämpft.



Landeslisten:
Die Linke

1. Jan van Aken
2. Sabine Böddinghaus
3. Cornelia Kerth
4. Hans-Joachim Hanisch
5. Kersten Artus

Freie Wähler
1. Wolf Achim Wiegand
2. Christian Walbe
3. Kai Connelly
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2 Kommentare
264
Hans-Dieter Schröder aus Rahlstedt | 29.08.2013 | 13:08  
Hamburger Wochenblatt aus Wandsbek | 30.08.2013 | 11:18  
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