Der Mega-Umbau

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Auch der Eingangsbereich wird neu gestaltet. Der Empfang soll ab Frühjahr 2016 großzügiger und einladender sein als bisher Grafik: Asklepios
 
Die Sanierung des achtgeschossigen Bettenhauses ist eine Herausforderung (und eine Belastung für Mitarbeiter und Patienten). Etage 8 und 9 sind schon fertig, zeitgemäß mit Zweibett-Zimmern und Nasszelle soll alles bis Sommer 2017 abgeschlossen sein Grafik: Asklepios
 
Der neue Geschäftsführende Direktor Dipl.-Kfm. Manfred Volmer: „Der Umbau wird über 150 Millionen Euro verschlingen. Einen großen Anteil gibt die Stadt.“ Foto: Grewe

So läuft das 150-Mio.-Euro-Projekt in der Asklepios Klinik

Von Elke Grewe
Wandsbek
Gerade ist die Abteilung für Hand-, Fuß- und plastische Chirurgie der Asklepios Klinik Wandsbek für zwei Jahre nach Barmbek gezogen. Ebenfalls ihren alten Standort verlassen hat die Gefäßchirurgie, die für diesen Zeitraum im Krankenhaus St. Georg ansässig ist. Zwei Maßnahmen im Zuge eines gigantischen Umbauprojektes, dem die Klinik in Wandsbek unterzogen wird.
Eine Sanierung, die allerdings auch offenbar dringend notwendig ist: Eine Umfrage der Krankenkassen AOK, Barmer GEK und der Patienten- und Verbraucherinitiative Weiße Liste unter 10 000 Hamburger Versicherten sollte die Asklepios Klinik Wandsbek aufhorchen lassen: Aus der Sicht der Patienten bildet die Klinik unter 25 Hamburger Krankenhäusern das Schlusslicht. Abgefragt wurden vier Kategorien: Pflege, ärztliche Versorgung, Weiterempfehlung sowie Organisation und Service. Asklepios Wandsbek ist an letzter Stelle in allen vier Kategorien. Ist die Klinik „in die Jahre gekommen“?


Seit 2004 privat


Das allgemeine Krankenhaus Wandsbek eröffnete einst 1975, es wurde dann 2004 von der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, einem privaten Träger übernommen. Zehn medizinische Fachbereiche innerhalb der Klinik versprechen heute eine interdisziplinärübergreifende Behandlung: Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin, Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie, Geriatrie, Gynäkologie & Geburtshilfe, Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Gastroenterologie, Neurologie und Neurogeriatrie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie.
Doch offenbar gibt es in der Asklepios Klinik Wandsbek viele „Schwachstellen“. Schon seit 2007 besteht wohl deshalb ein Entwicklungsplan zum Umbau. Das große Umbau-Projekt, das 2011 mit der neuen Notaufnahme begann, wird diverse einschneidende Veränderungen am Haus vornehmen bzw. hat sie schon vorgenommen. Der Umbau erfolgt in mehreren Phasen. Die umfassende Sanierung des Bettenhauses (Fassade und Stationen) bildet mit ihrem Abschluss im Sommer 2017 die letzte Baumaßnahme.
„Mit dem Umbau der Asklepios Klinik Wandsbek ist dann auch das zehnte Haus der Asklepios Kliniken endlich zeitgemäß aufgestellt und wird eine der führenden Kliniken Norddeutschlands sein“, so Manfred Volmer, der seit März 2015 der neue Geschäftsführende Direktor der Klinik ist. Über 150 Millionen Euro kostet nach seinen Angaben dieses Umbauprojekt, ein großer Teil kommt von der Stadt Hamburg.

Was schon verändert wurde und welche Neuerungen noch kommen:

Frühjahr 2011


Die neue Notaufnahme mit 1400 Quadratmetern ist fertig. Sie kann eine herausragende medizinische Versorgung von Notfällen über 24 Stunden am Tag gewährleisten. Die Zentrale Notaufnahme selbst verfügt über zwei Schockräume, zwei Operationssäle. Im Aufnahmebereich stehen Röntgen- und CT-Diagnostik bereit, zudem verfügt er über 18 an ein Monitoring-System angeschlossene Einzelbehandlungsräume. Zur Notaufnahme gehört u. a. auch eine Chest Pain Unit für Patienten mit Brustschmerzen. Ferner wird im Frühjahr 2011 die Geriatrie, eine der führenden Deutschlands mit diversen Spezialgebieten, eingeweiht.

Frühjahr 2013


Die Intensivstation ist um 18 neue Betten erweitert, insgesamt gibt es jetzt 28 Intensivbetten. Sie befinden sich in der 1. Etage des Bettenhauses. Ferner ist auch die 8. Etage des Bettenhauses (die 9. wurde schon saniert) komplett umgebaut. Es gibt jetzt nur noch Zweibett-Zimmer mit eigener Nasszelle. Aus den ehemals 68 Zimmern wurden durch die großzügigere Gestaltung 48 Zimmer.

Bis Mitte 2016


Das Projekt „ROSE“ soll in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Über der zentralen Notaufnahme befinden sich dann auf einer Etage neue OP-Räume. Auf der Etage darüber befindet sich die gynäkologische Abteilung. Chefarzt Dr. Oliver Heine: „Der neue Kreißsaal ist im Rohbau schon fertig, 2016 geht er in Betrieb. Stolz sind wir auch darauf, dass wir diese Woche bereits unsere neuen Familienappartements einweihen konnten. Zwei Zimmer wurden zu einem Appartement zusammengelegt, Die Väter der werdenden Mütter können jetzt rund um die Uhr vor Ort sein. Unmittelbar daneben liegt die Überwachungsstation für Neugeborene.“ Stolz ist Heine auch auf sein gut aufgestelltes Team: So arbeiten hier pro Schicht zwei Hebammen.

Herbst 2014 bis Frühjahr 2015


Erweiterung Haus M mit IMC (Intensiv-Überwachungspflege), Stroke Unit (Schlaganfallstation) und einer Bettenstation.

Herbst 2014 bis Frühjahr 2016


Neustrukturierung der Aufzüge im Bettenhaus: Die fünf bestehenden Aufzüge werden vorrübergehend außer Betrieb genommen. Die neuen sollen schneller fahren, die Türen zügiger schließen und insgesamt alles komfortabler werden. Heutiger Stand: Drei Aufzüge sind schon umgebaut. Zusammen mit dem neuen Feuerwehraufzug sind zur Zeit vier Aufzüge in Betrieb.

Anfang 2015 bis Sommer 2015


Schaffen eines Außeneingangs zur ZNA (Zentrale Notaufnahme) für gehfähige Patienten. Eine große Erleichterung: Durch den direkten fußläufigen Zugang zur Notaufnahme bleibt den Patienten der lange Weg durch den Haupteingang erspart.

Herbst 2015 bis Frühjahr 2016


Neugestaltung des Empfangsbereichs der Klinik. Ja, etwas „muffig“ mutet der Empfangsbereich der Asklepios Klinik Wandsbek schon an. In einem kleinen „Kabäuschen“ hinter einer Glasscheibe sitzt die Info-Dame und gibt Besuchern Auskunft. Das wird bis Frühjahr 2016 alles moderner: Ein großer runder Empfangsbereich heißt mit einem entsprechend umfangreichen Servicepersonal die Besucher willkommen. Die Möbel werden dann alle neu sein, es soll der Eindruck einer topmodernen Klinik entstehen.

Bis Sommer 2017


Umfassende Sanierung des Bettenhauses (Fassade und Stationen). In ein paar Wochen beginnt der Umbau vom 2. bis 7. Obergeschoss, das 8. und 9. sind schon fertig. Die Fassade wird zeitgemäß mit Dämmung versehen, das spart Heizkosten. „So wie es jetzt aussieht, gibt es keine zeitlichen Verschiebungen, was die Bauphasen angeht“, erklärt der Geschäftsführende Direktor Manfred Vollmer. Und auch der Budgetplan soll im „grünen Bereich“ liegen. (eg)

Info:
Der Gesundheitskonzern Asklepios Kliniken zählt zu den drei größten privaten Betreibern von Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland. Zu den Asklepios Kliniken Hamburg GmbH gehören zehn Kliniken im Großraum Hamburg mit 13.000 Mitarbeitern. Die Asklepios Kliniken Hamburg GmbH entstand aus dem ehemaligen Landesbetrieb Krankenhäuser (LBK). Ende 2004 verkaufte die Stadt Hamburg in zwei Schritten insgesamt 74,9 Prozent ihrer Anteile. (eg)
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