Der Opfer gedenken

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Irma und Olga Fraenckel. Foto: Geschichtswerkstatt Dulsberg

Stolpersteine erinnern an zwei Frauenschicksale

Dulsberg. „Tot sind nur die, die man vergisst“, sagt der Kölner Künstler Demnig. Von ihm stammt die Idee, Stolpersteine zu legen. Sie erinnern an Juden, Euthanasie-Opfer, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Bibelforscher oder Zwangsarbeiter. Mehr als 4.200 liegen in Hamburg, so viele wie in keiner anderen Stadt. Insgesamt sind es in Europa 35.000.
n der Haderslebener Straße 5 sind zwei Stolpersteine zum Gedenken an zwei jüdische Frauen, Olga und Irma Fränckel, verlegt worden, die hier gelebt haben und beide von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Hier kamen am Sonnabend, dem 6. Oktober rund 25 Familienangehörige der beiden Frauen zu einem Gedenken zusammen. „Es waren viele junge Leute dabei“, erzählt Ingo Wille von der Geschichtswerkstatt Dulsberg. „Die Familie kam aus Deutschland und England zusammen.“
Die beiden Frauen, Olga und Irma Fränckel, waren Mutter und Tochter. Olga war verheiratet mit dem Hamburger Kaufmann Franz Josef Fränckel. Das Ehepaar hatte zwei Töchter, die 1911 geborene Else und die 1913 zur Welt gekommene Irma. Olga Fränckel wurde 1942 aus Hamburg zunächst nach nach Theresienstadt, dann weiter ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet.
Ihre Tochter Irma verlor 1938 ihre Anstellung als kaufmännische Angestellte aus „rassischen Gründen“. 1941 wurde sie nach Riga deportiert. Mit der Auflösung des Gettos Riga wurden deren Insassen großenteils in das KZ Kaiserwald verlegt, auch Irma Fränckel. Später wurde sie in das KZ Stutthof deportiert.
„In Hamburg erforschen etwa 50 Personen die Lebensgeschichten der Opfer, für die Stolpersteine verlegt worden sind“, weiß Ingo Wille. Die Biografien werden in Büchern zusammengefasst, auch die Lebensgeschichten der Dulsberger Opfer Irma und Olga Fränckel. 30 Stolpersteine erinnern auf dem Dulsberg bereits an Opfer der NS-Diktatur –es werden mehr werden. (leu/hfr)
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