Der Süden formiert sich

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Im kleinen Park des Alten- und Pflegeheims Adalbert einige Südanrainer: (v.l.) Ruth Pelletier, Dr. Stefan Anowski, Katja Milkov-Anowski, Marco Adalbert, Gunthard Kühn, Olga Shenas, Albert Adalbert,Christian Adalbert, und Jens Adalbert mit Hund. Fotos: hbz

Streckenführung der geplanten S4. Süd-Anrainer gründen Initiative

Von Hubert Bätz

Rahlstedt. Die S4 ist noch in Planung, der Verlauf einer künftigen Trasse mit zwei zusätzlichen Gleisen noch gar nicht geklärt, doch schon gibt es Zwist beim Verein Lärmschutz Rahlstedt.
Der Grund: Die Anrainer der südlichen Bahnseite fühlen sich in den Hintergrund gedrängt. „Bislang wurde im Zusammenhang mit dem S4-Projekt lediglich über die Interessen der Nordanrainer berichtet“, sagt Dr. Stefan Anowski. „Dabei gehen die Planungen der exakten Führung der Strecke uns alle an.“ Sollte tatsächlich die Idee verfolgt werden, den gesamten Teil der Streckenausweitung auf die Südseite der Trasse zu legen, sei dies mit erheblichen Einschränkungen der Süd-Anrainer verbunden.
Für die geplante S4 zwischen Hasselbrook und Ahrensburg sind zwei neue Gleise nötig, die entweder links oder rechts der bestehenden Fernbahngleise gelegt werden können. Mehr Spielraum ist nicht da. Bei den Anrainern auf beiden Seiten geht die Angst vor Zwangs-Enteignungen um. Die Nord-Anrainer fürchten darüber hinaus Schäden für das Überschwemmungsgebiet der Wandse und die Zerstörung einer intakten Natur. Zu den Nord-Anrainern gehören die beiden Vorsitzenden des Vereins Lärmschutz Rahlstedt, Claus-Peter Schmidt und Ulrich Weber. Ihnen werfen die Anlieger auf der Südseite der Trasse vor, „nicht für alle Anrainer, die Mitglied beim Verein sind, zu sprechen, sondern auch Eigeninteressen, „wie die Rettung der eigenen Grundstücke“, beim Dialog mit Politik und S4-Planern zu verfolgen“. Anwohner der Südseite (Parchimerstraße, Eichberg, Schrankenweg, Güstrower Weg, Warnemünder Weg) haben nun die „Initiative Südseite“ gegründet. Ihre Forderung: „Wir brauchen Lärmschutz und den Verein Lärmschutz Rahlstedt. Wir wollen nur, dass unsere Argumente bei der geplanten Trassenführung genauso zählen, wie die auf der anderen Seite.“
Inzwischen äußerte sich der Vorsitzende des Vereins Lärmschutz Rahlstedt, Claus-Peter Schmidt, zu den Vorwürfen: „Was die S4-Trassenführung betrifft, so stelle ich ausdrücklich fest, dass der Verein Lärmschutz Rahlstedt sich für unser Satzungs-Ziel, den Lärmschutz in Rahlstedt, engagiert. Wir vertreten die Interessen aller Mitglieder in Sachen Lärmschutz und haben hier auch viele Erfolge vorzuweisen. Bei einer künftigen Trassenführung können wir aber nicht für alle Mitglieder sprechen, denn das wäre für den Lärmschutz kontraproduktiv. Daher gilt bei der S4, dass Grundstücksbesitzer und Mieter auf Nord-und Südseite ihre Interessen selbst vertreten müssen. Hier kann der Verein Lärmschutz juristisch keine Hilfe anbieten. Ich hoffe, dass bei den von der Politik angekündigten Bürgerinformations-Veranstaltungen zur S4 alle betroffenen Anwohner auf beiden Seiten der Bahn hoffentlich ausreichend Gelegenheit haben, ihre Sorgen und ihre Anliegen vorzubringen.“
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