Die Geschichtsschreiberin aus Hamburg

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Der Rahlstedter Bahnhof um die Jahrhundertwende Foto: Heimatarchiv Rahlstedt

Annemarie Lutz, eine Rahlstedter Institution, feierte 90.

Von Reinhard Meyer
Rahlstedt Ohne sie gäbe es das Heimatarchiv in Rahlstedt nicht. Als Annemarie Lutz in den Siebzigerjahren zu sammeln anfing, verfolgte sie keinen Plan. Sie nahm, was immer die Rahlstedter ihr an historischen Dokumenten anvertrauten: Urkunden, Karten, Bücher, Zeitungen, Notgeld. Diese ersten Unterlagen über die Geschichte Rahlstedts bildeten den Urstock für das spätere Heimatarchiv.
Vor Kurzem feierte Annemarie Lutz ihren 90. Geburtstag. „Durch die Erforschung Rahlstedter Geschichte hat Annemarie Lutz für uns und die nachfolgenden Generationen Bleibendes geschaffen“, gratulierte Carmen Hansch, Vorsitzende des Rahlstedter Kulturvereins. Und Gudrun Moritz, ehemalige Rahlstedter Ortsamtsleiterin lobt: „Mit ihrem Engagement hat die überzeugte Rahlstedterin prägend in der Kommune gewirkt“. Der 90. Geburtstag von Annemarie Lutz war für viele Rahlstedter Anlass, ihre bedeutende Lebensleistung für Rahlstedt zu würdigen.
Wie sie zu einer Rahlstedter Institution geworden ist? Freimütig räumt Annemarie Lutz im Gespräch ein, dass ihre Liebe zu Rahlstedt, ihre unermüdlich wachsende Neugier an seiner Geschichte „familiär genetisch“ bedingt sei – ihr Vater war in Rahlstedt stark vernetzt.
Mit ihrem Eintritt in den Ruhestand 1984 wurde die Geschichte Rahlstedts ihr Lebensthema. Sie fand starke finanzielle Unterstützung für den Erwerb des Souterrains am Nydamer Weg – das Heimatarchiv des Bürgervereins hatte ein gesicherte Bleibe gefunden. Vielen Klassen hat sie Orientierung für Rahlstedter Geschichte gegeben. Als sie 2011 die Leitung des Archivs aufgab, verfügte das Archiv über eine im ganzen Hamburger Nordosten anerkannte Sammlung von Archivalien.
Volker Wolter, Schulleiter am Gymnasium Rahlstedt, würdigt ihren bedeutenden Beitrag bei der Einrichtung des Liliencron-Museumszimmer „Poetenwerkstatt“ im Forum Gymnasium Rahlstedt. Sie war seit 2008 „die entscheidende Rahlstedter Gesprächspartnerin und Mitstreiterin“. Seit Abbruch der Liliencron Villa 1971 kämpfte Annemarie Lutz für die Rückkehr des Arbeitszimmers des bedeutendsten Rahlstedter Dichters. Wenn auch Liliencron mit seinem repräsentativen Grabmal auf dem Friedhof Rahlstedt, mit Liliencronpark und Skulptur, mit öffentlicher Namensgebung und mit der „Poetenwerkstatt“ ein großes Maß an posthumer Anerkennung erfahren hat, werde das literarische Erbe des Dichters nicht angemessen gepflegt, meint Annemarie Lutz.
Vier Bücher über Rahlstedt hat sie geschrieben. Mit 15 Ausstellungen des Heimatarchivs zu Altrahlstedt, Neurahlstedt, Verkehr, Kultur, Höltigbaum hat sie die Rahlstedter für ihre Geschichte und Kultur sensibilisiert. Ekkehard Wysokki, ihr Nachfolger im Vorsitz des Bürgervereins, attestiert ihr, dass sie mit ihrer jahrelangen „Prägung des Bürgervereins viel für die Stadtteilidentität Rahlstedts getan hat.“ Noch immer steuert sie gern ihr Wissen bei, wenn sie gefragt wird. Die Mitglieder des Arbeitskreises Geschichte nehmen das gern in Anspruch.
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