Die Kreuzkirche feiert

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Das Pastorenteam Karl Grieser und Jil Becker und Gemeindemitglied Heiko Brey (v.r.) Foto: Christa Möller
 
Das hölzerne Taufbecken wurde wie die gesamte Inneneinrichtung der Kirche gespendet Foto: wb

Livemusik, Kleinkunst und Schlagercafé zum 105. Geburtstag

Von Christa Möller
Wandsbek
1910 war Kaiser Wilhelm der II. noch Staatsoberhaupt in Deutschland. Damals begann der Wettlauf zum Südpol zwischen Roald Amundsen und Robert Scott, in Portugal stürzte die Monarchie und in England kämpften die Frauen um das Wahlrecht. Auch in Wandsbek ereignete sich Berichtenswertes: Am Eichtal, auf dem Gelände des ehemaligen Dorfes Hinschenfelde, wurde die Kreuzkirche nach Plänen des Architekten Fernando Lorenzen mit kreuzförmigem Grundriss und neugotischen Details fertig gestellt. Die Spitze des 58 Meter hohen Turmes ziert ein vergoldeter Hahn. Das Uhrwerk der historischen Kirche muss, wie nur noch weitere vier in Hamburg, von Hand aufgezogen werden. Besonders stolz sind die heutigen Pastoren Jil Becker und Karl Grieser auf ein Geschenk der Kaiserin Auguste Victoria: Eine ledergebundene, silberbeschlagene Bibel mit Widmung der Landesherrin „...zur Erinnerung an den 25. September 1910. Hebr. 13,14: Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Aber nicht nur die Kaiserin war großzügig, viele weitere Wohltäter unterstützten die Kirchengemeinde und spendeten das gesamte Inventar.
„Ich mag historische Bauten“, sagt Heiko Brey, mit modernen Kirchen könne er nichts anfangen. An der Kreuzkirche gefallen ihm besonders der Rundbogen im Altarbereich, die geschnitzten Holzfiguren und das Taufbecken. Der Jenfelder, er ist in der therapeutischen Arbeit für Demenzkranke tätig und nebenberuflich freischaffender Künstler, engagiert sich wie viele weitere aktive Menschen in der Kirchengemeinde und gehört zum Organisationsteam für den 105. Kirchengeburtstag, der am Sonnabend, 19. September, von 15 bis 19 Uhr rund um die Kirche gefeiert wird. Geplant ist ein buntes Straßenfest. Dafür wird die Kedenburgstraße teilweise gesperrt. Die Eröffnungsrede hält Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff. Unter anderem geplant sind Mitmachstände, ein Kuchenbüfett und das Schlagercafé mit Liedern der 1940er und 1950er Jahre. Zwei Straßenkünstler werden mit einem Comedy-Programm vertreten sein und die Grünfläche gegenüber der Kirche wird sich in eine bunte Festwiese verwandeln, wo die Pfadfinder Stockbrot backen und sich die Jugendfeuerwehr sowie viele Partner aus dem Stadtteil präsentieren. Mit Acrylfarbe und Airbrush wird das Emblem der Kirche gestaltet.
Die Kindertagesstätte beteiligt sich mit einem Programm für die kleinen Besucher. Für musikalische Unterhaltung sorgt eine Dixie-Band. Mit einem Mitsingkonzert gegen 18.30 Uhr in der Kirche soll das Fest ausklingen. „Alles, was auf dem Fest eingenommen wird, ist für die Sanierung unserer Kirche bestimmt. Es ist kein Benefizstraßenfest für die Sanierung“, so Pastorin Jil Becker.
„Das Fest soll Lust auf diese Kirche machen“, ergänzt Pastor Karl Grieser. Sie wollen Präsenz im Stadtteil zeigen, den ihre Kirche prägt. 4.600 Mitglieder hat die Kirchengemeinde. Beim jährlichen Dankesfest für die ehrenamtlichen Helfer kamen vergangenes Jahr etwa 130 Besucher. „Der Saal war gerammelt voll“, freut sich Jil Becker, die an ihrer Kirche den Altarraum mit seinen klaren, schönen Strukturen besonders schätzt: „Ich fühle mich da sehr geborgen.“ Die schöne alte Kirche kann jede Unterstützung gebrauchen. Das Dachgebälk verschiebt sich, es gibt Feuchtigkeitsschäden und im Innenraum ist einiges zu erneuern. Unter anderem soll eine Fensterautomatik gegen die Feuchtigkeit im Innenraum helfen und der muffige Teppich entfernt werden. Die Kirchengemeinde rechnet mit Kosten von 750.000 Euro. Gerade hat sich ein Team fürs Fundraising gebildet, im Herbst sollen Spendenaktionen starten.

Weitere Infos: Kreuzkirche Wandsbek
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