Die letzte Ruhestätte für geliebte Vierbeiner

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Thomas Gosch besucht fast täglich das Grab von „Jerry“. Fotos: Christa Möller

Tierfriedhof Jenfeld

Von Christa Möller
Jenfeld. Heidi, Little John und Cuerlie Sue haben eines gemeinsam: Sie sind auf dem Tierfriedhof Jenfeld bestattet. Ihre Besitzer haben sich entschieden, ihnen hier eine letzte Ruhestätte zu bieten, wo sowohl Erd- als auch Feuerbestattungen möglich sind. Außerdem ist gleich am Eingangsbereich ein anonymes Gräberfeld vorhanden. Sogar eine kleine Kapelle gibt es.
Thomas Gosch kennt den Friedhof in idyllischer Lage, gleich neben Schrebergärten und der Feldmark - durch Spaziergänge mit seinem Golden Retriever „Jerry“. Seine Eltern, die den Hund häufig betreuten, haben ebenso wenig wie er einen Garten und als das knapp zehnjährige Tier ganz plötzlich schwer erkrankte und dann vor viereinhalb Jahren eingeschläfert werden musste, stand für Thomas Gosch deshalb schnell fest, dass es auf dem Tierfriedhof ein Grab bekommt. Nach einer kleinen Andacht wurde der Vierbeiner hier bestattet und hat immer noch seinen Platz in der Familie. Regelmäßig macht Thomas Gosch auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz in der Datenverarbeitung einen kurzen Abstecher zum Grab von „Jerry“. Liebevoll sorgt er fast täglich dafür, dass es gepflegt aussieht, entfernt verblühte Pflanzen, harkt und stellt gegebenenfalls ein neues Grablicht auf. Auch seine Eltern kommen oft vorbei.
Längst hat Jerry zwar einen Nachfolger vom selben Züchter, den inzwischen vierjährigen Golden Retriever „Nanuk“ - „das bedeutet kleiner Eisbär“, erläutert Thomas Gosch. Aber noch immer trauert die Familie um „Jerry“. „Fünf Jahre beträgt die Mindestruhezeit, aber man kann jährlich verlängern“, sagt der Jenfelder, der diese Möglichkeit gern nutzen möchte.
Das tun auch viele andere Tierfreunde, wie den Daten auf den Grabsteinen zu entnehmen ist. Etliche der zumeist liebevoll gestalteten Gräber, oft mit Marmorumrandung, zeugen von langjährigem Gedenken und nur bei wenigen steht die Aufschrift „Unvergessen“ auf dem Stein in deutlichem Widerspruch zum Wildwuchs drumherum.
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