Die Zelte sollen verschwinden

Anzeige
Mehr als 700 Flüchtlinge leben derzeit in der Zeltstadt im Jenfelder Moorpark Foto: rg

Wie die Flüchtlinge im Moorpark künftig untergebracht sind

Von Rainer Glitz
Jenfeld
Kälte und lange anhaltender Regen haben dem Camp im Moorpark schwer zugesetzt. Überall gibt es große Pfützen, zwischen den Zelten ist es matschig. In der Nacht zum Sonnabend musste die Feuerwehr anrücken, um die Notunterkunft wieder wetterfest zu machen. Die Zelte waren undicht und es habe reingeregnet, so ein Feuerwehrsprecher. Mehrere Stunden lang waren rund 60 Kräfte im Einsatz, um die 56 Zelte wieder abzudichten. Dafür spannten die Feuerwehrleute eine spezielle Folie, die den Helfern vom Technischen Hilfsdienst empfohlen worden war. Es werde sich zeigen, inwieweit die neuen Abdeckungen auch einem starken Sturm standhalten könnten, gab ein Feuerwehrsprecher zu bedenken. Derzeit leben mehr als 700 Flüchtlinge in Jenfeld.

Umbau bis November


Ein weiteres Problem sind die Heizungen. Bereits Ende September wurden zwei große Aggregate in das Camp geliefert und alle Zelte mit Elektroheizungen versorgt. Doch die sollen lange Zeit nicht funktioniert haben, ist von Helfern zu hören. Die Innenbehörde will nun für Abhilfe sorgen. „Die Zelte in Jenfeld sollen schnellstmöglich durch Holzbauten ersetzt werden. Diese sollen nach unseren Informationen etwa so groß sein wie die Zelte“, so Behördensprecher Frank Reschreiter. Nach den bisherigen Planungen soll in dieser Woche zunächst an der Dratelnstraße in Wilhelmsburg mit dem Aufbau der Holzbauten begonnen werden, anschließend folgt der Standort Jenfeld. „Bis Anfang November sollen die Umbauten abgeschlossen sein und die winterfesten, beheizten Holzbauten bezugsfertig sein“, so Reschreiter. Frauen, Kinder, Schwangere und kranke Menschen sollen vorrangig in festen Gebäuden untergebracht werden.
„Die Unterbringung in Zelten ist unerträglich, Holzhäuser sind nur eine Übergangslösung“, sagte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank bei einer Veranstaltung in Farmsen. Vorrangigstes Problem sei jetzt die Schaffung fester Unterkünfte, so die Grünenpolitikerin. Ähnlich äußerte sich André Trepoll, Chef der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Flüchtlinge sollten angesichts der kalten Temperaturen nicht mehr in Zelten leben, sagte er auf NDR Info. Zur Not sollten Asylsuchende im Winter auch in Hotels untergebracht werden. Bürgermeister Olaf Scholz müsse das Thema zur Chefsache machen, Hamburg endlich in den
Krisenmodus gehen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige