Diskussion um neue Namen

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Wandsbeker Grüne und SPD wollen den Jenfelder Dominikweg „entkolonialisieren“.Fotos: Bätz/hfr

Dominikweg: Stand der Autor Hans Dominik Pate?

Von Hubert Bätz
Jenfeld. Kürzlich war die geplante Umbenennung von „Kolonial-Straßen“ Thema in der Wandsbeker Bezirksversammlung. Konkret betrifft dieser Wunsch der Wandsbeker Parteien SPD und Grüne die beiden Jenfelder Straßen: Dominikweg und Wißmannstraße (wir berichteten). Beide sind nach Persönlichkeiten benannt, die sich in der Kolonialzeit durch ein besonderes rassistisches Verhalten hervor taten. Nach Meinung sozialdemokratischer und grüner Politiker sollten daher andere Straßennamen für beide Straßen gewählt werden.
Da aber Umbenennungen neben Ärger auch manchmal den Anwohnern Geld kosten, kam ein Jenfelder Rentner, der nicht öffentlich genannt werden will, im Falle des Dominikweg auf die pfiffige Idee: Wechselt doch einfach den Kolonialist Hans Dominik, der auch als „Schrecken von Kamerun“ bezeichnet wurde, gegen einen anderen Dominik aus. Der Rentner schlug den gleichnamigen Science-Fiktion- Autor Hans Dominik vor. Dieser Hans (Joachim) Dominik (* 15. November 1872 in Zwickau; † 9. Dezember 1945 in Berlin) gilt als einer der ersten Autoren in Deutschland die utopische Zukunftsromane schrieb. Der Sachbuchautor, Wissenschaftsjournalist und Ingenieur hat einen guten Ruf bei allen Liebhabern von Science Fiction. Auch andernorts zum Beispiel in Bremen-Walle hatte man ähnliche Tricks bei der Straßenumbenennung parat. 2009 beschloss hier der städtische Beirat, die nach dem Kolonialisten benannte Karl-Peters-Straße in eine Straße gleichen Namens „umzuwidmen“. Hier erinnerte man an den Strafrechtsreformer Karl Peters. Befragt, ob sie sich eine ähnliche „Umwidmung“ vorstellen könne, erklärte die Grünen-Politikerin Cornelia Stoye: „Ein solcher Umbenennungswunsch ist nachvollziehbar. Er spart sicherlich auch Kosten. Ob er allerdings der Sache dient, sich mit der Kolonialgeschichte auseinander zu setzen, da habe ich Zweifel. Allerdings kann jeder Jenfelder Bürger solche Vorschläge im Rahmen einer öffentlichen Anhörung einbringen, die wir in Kürze planen. Dort wird er dann diskutiert, und bei entsprechenden Mehrheit, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen, angenommen“.
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