Diskussion um Radwege in Rahlstedt

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Radfahrer in Hamburg: Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen gemessen ist seit 2002 von neun Prozent auf aktuell etwa fünfzehn Prozent gestiegen und soll in den nächsten Jahren noch auf 25 Prozent gesteigert werden Symbolfoto: thinkstock
Von Karen Grell
Rahlstedt
Immer wieder kommen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger in die Quere. Jeder fühlt sich dann im Recht und Leidtragende sind die Unfallopfer auf allen Seiten, zu denen es im Straßenverkehr immer wieder kommt. Zum Thema „Gute Radverkehrspolitik“ fand deshalb jetzt zusammen mit Stefanie Miczka und Carsten Willms, den Sprechern des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC und des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs ADAC ein Bürgerdialog im Büro des SPD Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter statt. Aktuelle Fragen zum Ausbau des Radverkehrs in Hamburg vor allem aber im Stadtteil Rahlstedt, standen dabei im Fokus. „Der Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen gemessen ist seit 2002 von neun Prozent auf aktuell etwa fünfzehn Prozent gestiegen und soll in den nächsten Jahren noch auf 25 Prozent gesteigert werden“, so Buschhüter. Hamburg wolle auf jeden Fall Fahrradstadt werden. Wichtig seien deshalb zunächst gute Voraussetzungen für das Verkehrsmittel Fahrrad.

Unterschiedliche Radwege


Stefanie Miczka, vom ADFC Hamburg gab zum Bürgerdialog einen Überblick aller derzeit in Hamburg vorkommenden Möglichkeiten für den Radverkehr, vom Radweg auf der Straße hinter einem Schutzstreifen bis zum herkömmlichen Fahrradweg auf dem Gehweg. Sie betonte, dass der ADFC das Fahren auf der Fahrbahn als sicherste Form für die Radfahrer ansehe. Dabei gäbe es laut Miczka fünf goldene Regeln: „Unter anderem dürfen die Radstreifen nicht einengen und rechtzeitiges Einordnen vor Kreuzungen und Einmündungen müssten gegeben sein.“ Carsten Willms vom ADAC unterstrich noch einmal, dass Kinder bis zum achten Lebensjahr aber unbedingt auf dem Gehweg unterwegs sein sollten. In der anschließenden Diskussion mit den Experten brachten die anwesenden Bürger viele Beispiele aus ihrem direkten Wohnumfeld ein.

Zu wenig Rücksicht


Kritisiert wurde dabei vor allem die mangelnde Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer untereinander. Es wurde deutlich, dass insbesondere bei den Rechten und Pflichten für Radfahrer noch viel Unsicherheit besteht und hier weiterhin Informationsbedarf besteht, sowohl bei Autofahrern als auch bei Radfahrern. Am Hüllenkamp und dem Wittigstieg dürfen Radfahrer beispielsweise entgegen der Einbahnstraße fahren, eine Situation, die bei beiden Verkehrsteilnehmern erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme fordert. Bemängelt wurde von den Gesprächsteilnehmern zudem, dass häufig Radwege durch Bäume und Büsche zuwachsen und diese unkenntlich und gefährlich machen würden. Für die neuen Radfahrstreifen in der Scharbeutzer Straße und der Rahlstedter Straße gab es aber auch mal ein Lob von den Besuchern. Ole Thorben Buschhüter war mit der Beteiligung der Diskussionsrunde absolut zufrieden. „Es hat sich gezeigt, dass die Rahlstedter am Thema Radwege im Quartier sehr interessiert sind“.
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