Dreister Diebstahl

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Manfred Heins wurde direkt vor der Haustür am Nachmittag der vergangenen Woche sein angeschlossenes nagelneues Fahrrad geklaut. Den Humor hat er dennoch behalten. Wer das Rad hat, der könne sich auch den Helm noch abholen.Foto: kg

Manfred Heins ist fassungslos: Sein Fahrrad stand vor der Haustür

Von Karen Grell
Farmsen. Manfred Heins wohnt in einer der kleinen Reihenhaussiedlungen in Farmsen, die noch aus den fünfziger Jahren stammen. Die Nachbarn kennen sich fast alle. Überall blüht es auf den Terrassen. Das Familiäre, die Gemeinschaft und vor allem die Freiheit durch das kleine Stück eigenen Garten lässt viele hier verweilen. Auch Manfred Heins ist in der Siedlung am Swebenbrunnen aufgewachsen und wohnt schräg gegenüber des Hauses, in dem er seine Kindheit verbracht hat.
Auch das Schloss war weg
Zu Muttern geht er fast täglich einmal rüber und so war es auch an einem Mittag der vergangenen Woche, als beide sich zum Essen verabredet hatten. Gegen 13 Uhr kam Manfred Heins zurück in seine eigene Wohnung und schaute noch schnell auf sein gerade einmal ein paar Monate altes Fahrrad, bevor er sich im hinteren Zimmer seiner Wohnung im Erdgeschoss an den Schreibtisch setzte. Der Hobbykünstler ist gern in der Natur unterwegs und fährt auch leidenschaftlich gern Rad. Genau deshalb hatte er sich bereits im letzten Jahr dazu entschlossen, das alte Fahrrad gegen ein neues einzuwechseln. Über 500 Euro zahlte er für seinen Traum mit acht Gängen und einem niedrigen Einstieg in schneeweiß. Selbstverständlich musste auch noch ein sicheres Schloss dazu gekauft werden, denn die Fahrräder stehen hier in der Siedlung direkt vor den Haustüren und können an einem Fahrradständer angeschlossen werden. Als der stolze Citybike-Besitzer dann am späten Nachmittag wieder vor die Tür ging, fehlte von seinem Rad jede Spur. Selbst das Zentimeter dicke Schloss war verschwunden und „das müssen die durchgeschnitten haben wie Butterbrot“, meint Manfred Heins, der hier organisierten Diebstahl vermutet. Das erste Mal war es nicht, dass in der Straße Fahrräder verschwunden sind, aber fest verschlossene, die professionell aufgebrochen werden müssen, das hat es so vorher nur selten gegeben. Hoffnung, das Rad wiederzufinden, hat Manfred nicht. Besonders dreist findet der Bestohlene in diesem Fall die Aktion direkt vor der Haustür. Der Weg vor dem Haus ist sehr übersichtlich und jeder kennt seinen Nachbarn. Den Humor hat der Maler von Naturmotiven dennoch nicht verloren. „Den Helm habe ich noch“, schmunzelt er, „und wer das Rad hat, der kann ihn sich gern noch abholen“.
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