Duelle mit scharfer Zunge

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Sharon und Louis bereiten sich auf das Rededuell vor: Im Wettkampf durften keine vorher gemachten Aufzeichnungen verwendet werden Foto: tel

„Jugend debattiert“: Bramfelder Stadtteilschule zum zweiten Mal dabei

Von Michael Hertel
Bramfeld
Sharon (16) und Louis (13) haben sich in eine Ecke von Haus 4 der Stadtteilschule Bramfeld zurückgezogen, liefern sich ein verbales Probegefecht zum vorgegebenen Thema „Sollen Supermärkte verpflichtet werden, nicht verkaufte Lebensmittel zu spenden?“ Die beiden Jung-Rhetoriker sollen - ausgelost - die „Contra“-Position zur vorher bekannten Frage vertreten. „Ganz schön schwer, Argumente dagegen zu finden. Denn eigentlich bin ich dafür“, verrät Sharon von der Stadtteilschule Lurup. Noch dazu, wenn man vorher gemachte Notizen als Gedankenstütze in der anschließenden Debatte nicht verwenden darf. Dennoch schlagen sich die beiden im Wettbewerb gegen die „Pro“-Seite achtbar. „Jugend debattiert“ stand vorige Woche in Bramfeld auf dem Stundenplan. Dabei duellierten sich verbal 60 Schüler des Gymnasiums Hummelsbüttel, des Immanuel-Kant-Gymnasiums (Harburg) sowie der Stadtteilschulen Alt-Rahlstedt, Blankenese, Lurup und Bramfeld unter der Leitung von Regionalkoordinatorin Birgit Grell: „Der Wettbewerb schult in freiem Sprechen vor Publikum, im selbstbewussten Auftreten, in der Darstellung der eigenen Position, im sachlichen Argumentieren. Diese Fähigkeiten werden alle Teilnehmer in ihrem Leben noch gut gebrauchen können“, weiß Grell. Im Wettbewerb vor Publikum werden von mit Lehrern und Schülern besetzten Jurys Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft bewertet. Am Ende erwiesen sich Patrick (15, Kant-Gymnasium) und Louis (13, Hummelsbüttel) in der Altersstufe 1 (Klassen 8 bis 10) sowie Janne (18) und Julia (18, beide Hummelsbüttel) für die Altersstufe 2 (Jahrgangsstufen 10 bis 13) als die besten Rhetoriker und dürfen am Landesfinale teilnehmen. Grell: „Hier gibt es noch keine Waffengleichheit, weil die Stadtteilschulen erst seit zwei Jahren mitmachen. Die Gymnasiasten waren von Anfang an dabei, werden auch im Unterricht von Fachlehrern entsprechend vorbereitet. Aber es ist gut, dass die Stadtteilschulen jetzt auch über den Tellerrand hinausschauen“, merkte die Bramfelder Deutsch- und Englisch-Lehrerin an. „Jugend debattiert“ ist übrigens eine Hamburger „Erfindung“, wurde 1999 in der Hansestadt von der Bürgerschaft ins Leben gerufen. Seit 2002 gibt es den Bundeswettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. In diesem Jahr nahmen in Hamburg 64 Schulen an den Regionalausscheidungen teil. Die Besten kämpfen am 22. März im Hamburger Rathaus um den Landessieg. Das Finale in Berlin ist am 18. Juni.
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