Dulsberger: „Wir wollen eine Krause-Halle!“

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Der Leiter des Stadtteilbüros Jürgen Fiedler (v.l.), die Vertreter des Stadtteilrates Martin Heger, Kerstin Zacher und Dr. Roger Popp sowie der Schulleiter der Stadtteilschule Barmbek Bernd Tißler setzen sich für eine stadtteilbezogene Nutzung des Plangrundstücks an der Krausestraße einFotos: Burmeister
 
Auf dem Gelände soll die Krause-Halle entstehen. Das fordern viele Menschen aus dem Stadtteil

Zwischen Krausestraße und Bahndamm soll Gewerbe angesiedelt werden. Stadtteilrat fordert Grünflächen und Halle

Von Britta Burmeister
Hamburg. Nach mehrjährigem Planungsstillstand hat das Bezirksamt die Arbeit am Bebauungsplan Dulsberg 6/Barmbek 7 wieder aufgenommen. Um die Umsiedelung eines Autohändlers von der Steilshooper Straße zu ermöglichen, soll das Plangebiet zwischen Krausestraße und Bahndamm als Gewerbefläche ausgewiesen werden. Nun hat sich der Stadtteilrat eingemischt. Er fordert, die Fläche im Interesse des Stadtteils zu überplanen. Und der wünscht sich kein Gewerbe, sondern Grünflächen und eine multifunktionale Dreifeldsporthalle. Die Idee für die „Emil-Krause-Halle“ stammt aus der Stadtteilschule Barmbek, die direkt gegenüber des Plangebietes ihren Oberstufenstandort hat. Das Konzept der Multifunktionshalle mit angrenzenden Pavillons und Ateliers für bürgerfreundliche Kommunikation wurde bereits 2009 für das Schulgelände in der Dieselstraße entworfen. Doch die Entwicklung des Grundschulstandortes „Kleiner Tieloh“ musste vor anderen Plänen zurückstehen: Um zwischen Dieselstraße und Steilshooper Straße Raum für den Wohnungsbau zu schaffen, soll der Wilhelm-Rupprecht-Sportplatz auf das Schulgelände zwischen Dieselstraße und Bramfelder Straße verlagert werden. Die Pläne für die Schul- und Stadtteilsporthalle verschwanden in der Schublade.

Für den Stadtteil

„Seit nun klar ist, dass die Krausestraße nicht vierspurig ausgebaut wird, rückt die Fläche zwischen Bahndamm und Krausestraße für uns in nachbarschaftliche Nähe. Deshalb haben wir die Pläne an den neuen Standort angepasst und im Stadtteilrat zur Diskussion gestellt,“ erklärt Bernd Tißler, Schulleiter der Stadtteilschule Barmbek. Auf einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zum Thema „Dulsberg 6“, zu der der Stadtteilrat am Dienstag vergangener Woche eingeladen hatte, kam das Projekt „Emil-Krause-Halle“ an. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich ein Großteil der Anwohner den Erhalt von öffentlichen Grünflächen wünscht. „Der Bebauungsplan hat so wie er jetzt vorliegt nichts mit dem Stadtteil zu tun“, ärgert sich Martin Heger vom Stadtteilrat Dulsberg. „Wir erwarten, dass sich die Politik hier klar positioniert und Verantwortung für diese Entwicklung übernimmt.“ Tatsächlich scheint es so, als hätten die Pläne der Verwaltung weniger mit Dulsberg zu tun, als mit der Entwicklung des Stadtteils Barmbek-Nord: So soll das Gebiet zwischen Krausestraße und Bahndamm als Ersatzfläche für einen Autohändler dienen, der zur Zeit noch direkt neben dem bereits erwähnten Wilhelm-Rupprecht-Sportplatz an der Steilshooper Straße ansässig ist. Gelänge auch diese Umsiedelung, wäre das Plangebiet des Bebauungsplans Barmbek-Nord 11 zwischen Steilshooper Straße und Dieselstraße frei für ein Wohnungsbauvorhaben.

Autohändler braucht Platz

Für den Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, Thomas Domres, steht fest, dass der Autohändler an der Krausestraße unterkommen muss. Über die Gestaltung der verbleibenden Fläche ließe sich reden. „Die Idee der Schulsporthalle ist nicht absurd, macht aber nur Sinn, wenn mir jemand sagt, wer das bezahlen soll“, so Domres gegenüber dem WochenBlatt. Ähnlich auch Claus-Joachim Dickow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bezirk Hamburg-Nord: „Der Dulsberg braucht Gewerbeflächen, allerdings keine Büros, sondern z.B. Handwerksflächen. Die von der Schule vorgeschlagene Dreifeldhalle im Süden kann ich mir sehr gut vorstellen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Schulbehörde belastbare Äußerungen zur Finanzierbarkeit macht!“
Michael Werner-Boelz hält einen Kompromiss für möglich, denn der Autohändler wird nicht die gesamte Fläche benötigen. „Für mich ist wichtig, dass man diese Bürgerbeteiligung ernst nimmt!“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen.
So sieht es auch Rachid Messaoudi (Die Linken): „Angesichts dessen, dass der Innensenator letzte Woche verkündet hat, 25 neue Sporthallen in Hamburg bauen und finanzieren zu wollen, sollten wir nicht auf eine solche Gelegenheit verzichten, etwas Gutes für den Stadtteil zu tun!“
Immerhin: Mit dem klaren Votum aus der Dienstagsversammlung konnten die Vertreter des Stadtteilrates am Donnerstag zunächst verhindern, dass der Stadtentwicklungsausschuss die Auslegung des Bebauungsplanes beschließt. Stattdessen wurde ein Gespräch zwischen Stadtteilrat, Schulleitung und Bezirkspolitikern für den heutigen Mittwoch verabredet.
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