Durchs Leben geboxt

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Wolfgang Koepke hat seine lange Trainerkarriere beendet Fotos: Thomas Hoyer
 
Wolfgang Koepke mit seinem Sohn André im Jahr 1994. Der damals 18-Jährige, der zweimal Hamburger Turnier-sieger wurde, nach seinem Sieg beim Condor-Pokal

Wolfgang Koepke beendet langjährige Laufbahn als Trainer

Von Thomas Hoyer
Farmsen-Berne Mehr als 35 Jahre stand Wolfgang Koepke vom SC Condor in der Sporthalle oder Ringecke seinen Mann. Jetzt hat der verdiente Boxtrainer seine Laufbahn beendet, bleibt aber dem Faustkampf als Punkt- und Ringrichter auch in Zukunft weiter verbunden.

Bevor Wolfgang Koepke ins Trainerfach wechselte, stand er lange mit großem Erfolg im Ring. Seit 1963 Mitglied des SC Condor, gab der Farmsener bereits als Neunjähriger sein Kampfdebüt, angesteckt von der Begeisterung seines Vaters, der selbst Boxer gewesen war. Eine richtige Entscheidung, denn Klein-Wolfgang zeigte von Beginn an eine Menge Talent, verlor in den ersten acht Jahren keinen seiner rund 30 Fights. Und auch seine erste Niederlage im Jahr 1971 bei den Deutschen Titelkämpfen der Junioren in Emden war alles andere als eine Schande, denn sein Gegner im Finale hieß René Weller, der später sogar Weltmeister bei den Profis werden sollte. Neben der Deutschen Vizemeisterschaft war der Leicht- und Fliegengewichtler im Erwachsenbereich fünfmal Hamburger Meister. 1978 unterbrach ein schwerer Motorradunfall die Laufbahn von Wolfgang
Koepke, der inzwischen bei der Stadtreinigung arbeitete. Nach einem halben Jahr, kaum wieder richtig fit, verhinderte eine Mandeloperation seinen Start bei den Hamburger Meisterschaften. Daraufhin beendete er kurzerhand seine aktive Laufbahn und wurde Trainer. Und auch hier fasste Wolfgang Koepke schnell Fuß und konnte einige schöne Erfolge erringen, obwohl es nicht immer leicht war, neue Jungen für den Faustkampf zu gewinnen und vor allem bei der Stange zu halten.
Junge Boxer fit gemacht
Zu den Besten zählte Robert Wolf, der 1994 den Norddeutschen Titel gewann und bei den Deutschen Meisterschaften Platz zwei belegte, dann aber bald aufhörte und sich dem Bodybuilding verschrieb. Hervorragende Resultate erreichte auch Marcus Ostwald, der Ende der 1980-er Jahre Norddeutscher Vizemeister im Halbweltergewicht wurde und Vierter der Deutschen Meisterschaften. Marko Dollak brachte es ebenfalls zu Norddeutschen Meisterehren. Mit dem dreifachen Hamburger Schwergewichtsmeister Tomas Meyer, Michael Landherr und Rolf Hoppe brachte Wolfgang Koepke weitere gute Boxer hervor. Und auch seine Söhne André und Stefan schnupperten Ringluft und lieferten auf Hamburger Ebene einige gute Kämpfe ab.
Vor drei Jahren spielte dem gelernten Bäcker das Schicksal abermals böse mit. Bei einem Badeurlaub auf Teneriffa brach er sich gleich drei Nackenwirbel, die in Hamburg eine komplizierte Operation notwendig machten und das Ende seiner Trainertätigkeit auf Raten einleitete.
„Ich stand mit Blickrichtung Strand bis zur Hüfte im Wasser und wollte gerade meine Schwimmflossen abstreifen, als mich von hinten eine Welle erwischte. Ich bin dann gestürzt und unglücklich auf dem harten Meeresgrund aufschlagen“, erzählt Wolfgang Koepke, der noch heute mit Lähmungserscheinungen in der rechten Hand zu kämpfen hat.
Dem Boxsport bleibt Wolfgang Koepke, seit 2012 Ehrenmitglied des SC Condor, als Ring- und Punktrichter aber weiterhin treu. Die Lizenz erwarb er bereits 1998. Seitdem leitete er rund Tausend Kämpfe, darunter auch viele bei Deutschen Meisterschaften und in der 1. Bundesliga. „Weiter Ringluft schnuppern, darauf möchte ich noch längst nicht verzichten“, so der sympathische Sportsmann. „Das macht mir den Abschied als Trainer leichter.“
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