Echte Hamburger Jungs

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Im Film sind sie die „Streetagers“: Prince Kuhlmann (v. l.), Robert-Osei-Menk, Stephen Owusu-Sekyere und Bortey Wendler an der Alster Fotos: mdt (3), wb (1)
 
Nach der T.H.U.G.-Premiere soll es weitere Vorstellungen geben

Bradley Iyamu ist mit dem Kinofilm „T.H.U.G“ nah dran an Hamburgs Jugend

Von Marco Dittmer
Hamburg. Vier Jungs, 500 Euro und nur ein Tag, um das Geld zu beschaffen – egal wie. In seinem Kino-Erstwerk „T.H.U.G. - True Hustler Under God“ (frei übersetzt: Echte Macher unter Gott) zeigt Regiedebütant Bradley Iyamu, was Freundschaft vier Hamburger Teenagern bedeutet. Dafür stellt er vier Freunde, der jüngste 14 Jahre alt, vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Mit dabei Cosma Shiva Hagen.

Die Geschichte: Zwei der Freunde machen bei einem Streit ein teures Geschenk kaputt. Zusammen versuchen sie bis zum Abend die 500 Euro zu beschaffen. Was sie nicht wissen ist, dass sie bei ihrer Odyssee durch Hamburg von einem Jungen verfolgt werden, der nur darauf wartet, dass die vier erfolgreich sind.
„Ich wollte einen Film machen, der das Leben der Jugendlichen hier in Hamburg zeigt“, sagt Bradley Iyamu. Zugegeben, nicht jeden Tag laufen Teenager durch die Stadt auf der Suche nach 500 Euro. Doch ihr Weg führt die vier – sie nennen sich Streetagers – durch Wohnungen, Büros und Straßen in Billstedt, Barmbek, Altona und der Hafencity. „Das Drumherum ist echt. Vor allem die Sprache ist echt,“ sagt der 34-Jährige. Mit lockerer Zunge und einer ansteckenden Leichtlebigkeit durchstehen die vier in 67 Minuten Konflikte, Herausforderungen und unheimliche Begegnungen.

Premiere ausverkauft

Nicht nur die Rolle des Regisseurs war für den gebürtigen Hamburger mit nigerianischen Wurzeln neu. „An die Arbeit mit Teenagern musste ich mich erst gewöhnen, man hat mehr Verantwortung und muss viel organisieren“, sagt Iyamu. Der Wandsbeker ist es gewohnt, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Unter dem Namen Young Crhyme machte er sich vor zehn Jahren in der Hamburger Rap-Szene einen Namen.

„Meine erste Platte verkaufte ich auf der Straße. Als ich nach drei Monaten 1.500 Scheiben losgeworden bin, wusste ich, die Leute mögen meine Musik“, sagt Bradley Iyamu. Später veröffentlichte der Tausendsassa noch selbstproduzierte Videos zu seiner Musik auf YouTube. Da lag sein zweites Album „Cryhme City 2.0“ schon bei Saturn im Regal. Bradley Iyamu will keine halben Sachen machen. Auch die Premiere am 15. September im Cinemaxx Dammtor plant er groß. „Roter Teppich, bekannte Menschen und viele Blitzlichter, alle werden da sein“, sagt der Regisseur. Mit dabei ist auch Cosma Shiva Hagen, die in dem Streifen eine Musikmanagerin spielt. Sprachlos war Iyamu, als die Vorstellung nach 48 Stunden ausverkauft war. Aktuell verhandelt der Filmemacher mit dem Abaton Kino in Rotherbaum über weitere Vorstellungen.

Weitere Vorstellungen geplant

Die Streetagers fiebern der Premiere ebenfalls entgegen. Sie alle haben kaum Schauspielerfahrung und erfüllen sich mit „T.H.U.G.“ ihren Traum vom Kinofilm. Sie kommen aus Jenfeld, Barmbek, Harburg, und Wedel. Haben in der Schule ein paar Theaterkurse belegt, bloggen und rappen auf YouTube. Sie alle eint der Weg ins Rampenlicht. Da ist Prince Kuhlmann (26), er hat am meisten Erfahrung. Mit zehn spielte er Hamburgs ersten Simba in dem Musical „König der Löwen“, heute bloggt er auf Youtube unter dem Namen „PKay“ und macht eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Robert-Osei-Menk ist mit 14 Jahren der Jüngste aus dem Quartett. Bradley Iyamu entdeckte den jungen Barmbeker in der Innenstadt. „Ich sah sofort, dass er perfekt in die Rolle passt, sagt der Regisseur. Bortey Wendler (19) und Stephen Owusu-Sekyere (18) brachten ebenfalls nur wenig Erfahrung dafür aber viel Leidenschaft mit ans Set.

„T.H.U.G.“ Premiere, 15. September, Cinemaxx Dammtor, ausverkauft, Filmvorschau und weitere Infos zum Film und geplanten Vorstellungen in Hamburg und Deutschland auf www.thugthemovie.com (abrufbar ab 27. August)
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