„Eilbek wehrt sich“ gegen Neubau

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Carla Küster de Filipee, Adina Cho, Renate Endrulat und Vasili Pegidis (v. l.) kämpfen gegen die Bebauung von GrünflächenFoto: mt

Initiative will Grünfläche am Peterskamp durch Bürgerbegehren schützen

Von Marco Thielcke
Eilbek. In Hamburg müssen dem Wohnungsbauprogramm der SPD immer mehr Grünflächen weichen. Auch in Eilbek wird die Bebauung einer park-ähnlichen Grünfläche an der Hasselbrookstraße Ecke Peterskamp geplant. Die Bürgerinitiative „Eilbek wehrt sich“ hat sich gegründet, sammelt bereits Unterschriften und strebt noch in diesem Jahr ein Bürgerbegehren gegen den Bebauungsplan „Eilbek 15“ an.
Adina Cho, 27, und Renate Endrulat, 57, sind Nachbarn und wohnen am Peterskamp. Wenn sie aus dem Fenster schauen, sehen sie viele Bäume und eine Grünfläche in Dreiecksform, deren Spitze nur durch eine Straße vom Jacobipark getrennt ist. Im Sommer lassen Kinder hier Drachen steigen oder spielen Fußball. Im vergangenen Winter wurde die freie Fläche in ganz Hamburg bekannt, als ein Künstler aus der Nachbarschaft einen über fünf Meter hohen Berg aus Schnee schaufelte.
Mit der Idylle könnte schon bald Schluss sein. Auf der 0,7 Hektar großen Fläche will die Deutsche Immobilien AG, mit Sitz in Rostock, 50 bis 60 Wohnungen plus Tiefgarage bauen. 30 Prozent der Wohnungen werden von der Stadt gefördert und als sozialer Wohnraum angeboten.
Adina Cho und ihre Nachbarn am Peterskamp befürchten, dass der Neubau das Aus für die vielen alten Bäume auf der Grünflache bedeutet. „Durch den Bau der Tiefgarage haben Bäume mit ihren Wurzeln doch keinen Platz mehr“, sagt Renate Endrulat. Die 57-Jährige ist am Peterskamp aufgewachsen. Der Grünstreifen ist für sie kein Baugrundstück, sondern mit dem angrenzenden Jacobipark ein wichtiges Erholungsgebiet im Stadtteil. Auf der öffentlichen Plandiskussion in der vergangenen Woche machten sie ihrem Unmut Luft und forderten Antworten über die Pläne. Die gibt es jedoch noch nicht – jedenfalls nicht so konkret. Das Planverfahren wird noch 1,5 Jahre dauern. Bis dahin werden an den Investor Vorgaben und Bedingungen für die Bebauung gestellt.
Rainer Schünemann, SPD, ist Mitglied im Planungsausschuss: „Die Entscheidungskraft liegt in diesem Prozess allein beim Planungsausschuss. Umplanungen der Gebäude sind weiter möglich.“ Auch der Investor sagt: „Bezüglich des Baumbestandes werden wir uns an die Vorgaben des zuständigen Amtes halten. Endgültige Details stehen aber noch nicht fest.“
Die Initiative beklagt, dass immer mehr Grünflächen der sogenannten Nachverdichtung weichen sollen. „Natürlich müssen mehr Wohnungen gebaut werden. Aber auch Wohnungsbau muss nachhaltig sein“, sagt Adina Cho. Die 27-jährige Germanistikstudentin will noch in diesem Jahr ein Bürgerbegehren anstreben. Dafür müssen Cho und die Mitglieder von „Eilbek wehrt sich“ innerhalb von sechs Monaten über 6000 Unterschriften sammeln. „Mit den Unterschriften zeigen wir, dass es hier um ein hamburgweites Thema geht“, sagt Cho.
„Wir werden jetzt noch einmal genau prüfen, was man tun kann, um auch die Kastanien zu erhalten. Wir wollen aber auch die Mieten in zentralgelegenen Stadtteilen moderat halten," sagt Schünemann.
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1 Kommentar
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anton behrens aus Eilbek | 29.10.2013 | 22:19  
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