Ein Haus für junge Asylanten in Hamburg

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Anwohner sind beunruhigt. Info-Abend am 10. Dezember im Bürgersaal

Von Marco Dittmer-Thielcke
Hamburg. Wieder sorgt eine geplante Flüchtlingsunterkunft bei Anwohnern für Unmut, wieder werden Nachbarn wenige Wochen vor dem Einzug informiert.
Ab Januar sollen nach den Plänen der Sozialbehörde in der Menckesallee bis zu 36 Flüchtlinge wohnen. Die Asylbewerber sind, wie es im Amtsdeutsch heißt, „minderjährige unbegleitete Flüchtlinge“, kurz MuFl. Laut Polizei gilt ein Teil der jungen Flüchtlinge als gefährlich. Ein Viertel der 115 jugendlichen Intensivtäter in Hamburg sind Flüchtlinge. Schwerpunktmäßig auf St. Pauli und in St. Georg ziehen Gruppen los, begehen Diebstähle und Überfälle. Auch Lauben-Einbrüche gehen auf das MuFl-Konto, vor allem zu Übernachtungszwecken, stellte die Polizei fest.
Am 10. Dezember plant der Bezirk eine Infoveranstaltung zum neuen Asylantenheim im Bürgerhaus.

Wochenblatt-Umfrage: „Erst mal abwarten“

An der nur wenige hundert Meter langen Menckesallee zeigten sich Anwohner und Gewerbetreibende bei einer Wochenblatt-Umfrage zu der geplanten Unterkunft verunsichert. Andreas Schuppe ist einer der wenigen privaten Bewohner des kleinen Gewerbegebietes zwischen Pappelallee und Wandsbeker Chaussee. Der 57-Jährige wohnt mit seiner Frau und seinem 92-jährigen Vater eine Hausnummer neben der geplanten Unterkunft. „Uns fehlen die Worte. Die Behörde stellt uns einfach vor vollendete Tatsachen“, sagt Schuppe.
Ein Unternehmer denkt bereits an Schutzmaßnahmen. „Ich werde in Zukunft die Autos meiner Kunden nicht mehr an der Straße parken“, sagt Driton Mazrekaj, Inhaber einer Tuning-Werkstatt.
Gökhan Temiz arbeitet in einer Kfz-Werkstatt auf der anderen Straßenseite. Er steht den neuen Nachbarn gelassen gegenüber und mahnt zur Ruhe. „Wir sollten abwarten und die Menschen erst einmal kennenlernen“, sagt der 23-Jährige.
Bei der Polizei heißt es, dass Beamte „rechtzeitig das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen und die Entwicklung beobachten“ werden. Verantwortlich ist die Sozialbehörde.
Der Eigentümer der Unterkunft, dessen Name der Bezirk vor Abschluss der Verträge nicht nennen will, saniert das Gebäude bereits seit einigen Wochen. Laut Bezirk soll ein sogenanntes Boardinghaus entstehen. Diese Unterkünfte mit hotelähnlichen Leistungen werden meist von Monteuren oder Mitarbeitern auf Dienstreise genutzt.

Informationsveranstaltung: 10. Dezember, 18 Uhr, Bürgersaal, Am Alten Posthaus 4
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