Ein Helfer auch mit 73

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Der Hamburger hat insbesondere eine Familie aus Bosnien ins Herz geschlossen Foto: Netzow

Michael Lezius engagiert sich für Flüchtlinge

Von Kirsten Netzow
Wandsbek
 Hilfe für Flüchtlinge in der unmittelbaren Nachbarschaft: Das haben sich zahlreiche engagierte Wandsbeker zur Aufgabe gemacht. Der Unterstützerkreis Litzowstraße hat dafür den Preis der HamburgerBürgerStiftung erhalten. Das Wochenblatt stellt einige der Akteure in loser Folge vor.  „Wir haben viel Freude zusammen“, sagt Michael Lezius begeistert. Mit „wir“ meint er sich und die Kinder in der Flüchtlingsunterkunft Litzowstraße, wo er jeden Samstagnachmittag einige Stunden verbringt. Verstecken spielen, bolzen oder malen – Der 73-jährige liebt es „Blödsinn zu machen und mit den Kleinen zu kichern“.
In der Unterkunft lernte er auch eine Familie mit vier Kindern aus Bosnien kennen, die er seitdem intensiv unterstützt. Die siebenjährige Tochter leidet an einer Herzrhythmusstörung, zwei weitere Kinder sind gesundheitlich beeinträchtigt. „Da musste ich doch helfen“, sagte sich der Ruheständler. Lezius begleitet die kleine Herzpatientin bei Besuchen zum Kinderarzt und ins UKE in die Kinderkardiologie. Trotz der schweren Krankheit des Mädchens ist die Familie von der Abschiebung bedroht. „Mehrere Ärzte vom UKE raten dringend von der langen Heimreise ab, da diese ein lebensbedrohendes Risiko für das Mädchen darstellt“, so Michael Lezius. Zudem ist nicht sichergestellt, dass es die lebenswichtigen Medikamente in Bosnien gibt und sich die Familie diese auch leisten kann. „Das Mädchen ist so ein begeisterndes, wunderbares und wissbegieriges Kind“, so der ehrenamtliche Helfer über die kleine Bosnierin.

„Wir brauchen mehr Freiwillige“


Da er bereits eine gute Beziehung zu der Familie aufgebaut hat, fällt ihm ein möglicher Abschied natürlich besonders schwer. Er hofft, dass die verantwortlichen Stellen ein Einsehen haben werden und unterstützt die Familie tatkräftig bei ihren Bemühungen in Deutschland bleiben zu können. „Wir brauchen mehr Freiwillige, die den Einzelnen unterstützen“, sagt der ehemalige Geschäftsführer eines Unternehmerverbandes. Nur so sei eine wirkliche Willkommenskultur möglich, ist er sich sicher. Über die große Hilfsbereitschaft in der Litzowstraße äußert er sich lobend: „Es ist ganz toll, dass auch viele junge Menschen mitmachen“, so Lezius.
Der gebürtige Berliner, der seit acht Jahren in Hamburg lebt, engagiert sich bereits seit langem für den Kinderschutz. Er hat neben zwei leiblichen Kindern auch zwei Pflegekinder aufgezogen und ist vierfacher Großvater. Mit seiner Frau lebt er in einem Wohnprojekt für Senioren in Barmbek-Süd.
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