Ein Kunstwerk verkommt

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Pflegen die Verhörzelle so gut es geht: Sabine Maurer, Christian Bartz und Künstler Gerd Stange (v.l.). Foto: Hanke

Verhörzelle an der Erikastraße wird nur selten gepflegt

Eppendorf. Ein Kunstwerk verkommt und ein kleiner Park gleich mit. Die Verhörzelle, ein unterirdisches Kunstwerk an der Ecke Erika- und Geschwister-Scholl-Straße, das der Eppendorfer Künstler Gerd Stange 1990 als Gedenkstätte für die Geschwister Scholl angelegt hatte, wird nur noch sehr unregelmäßig gepflegt. Ebenso die kleine Grünanlage mit Bänken und einem Schachbrett drumherum, dessen Anlage Stange ebenfalls initiiert hatte. Der Künstler selbst und einige Freunde können sich nur unregelmäßig kümmern.
Das Stadtteilarchiv und das Kulturhaus, die Unterstützung zugesagt hatten, können aus finanziellen Gründen auch nicht mehr so viel Zeit aufbringen wie einst. „Wenn wir einen kleinen regelmäßigen Betrag vom Bezirksamt bekommen würden, könnte ich mich auch regelmäßig um die Pflege des Gartens kümmern“, erzählt Sabine Maurer, seit vielen Jahren aktiv im Stadtteilarchiv Eppendorf. Erde müsste ausgetauscht und neue Pflanzen, möglichst Schattengewächse, müssten gepflanzt werden.
Auch wieder weiße Rosen, die aus symbolischen Gründen dort hingehören, allerdings nicht so gut gedeihen. „Der Platz ist eines Denkmals unwürdig“, ärgert sich Christian Bartz, Inhaber der an dem Platz liegenden Apotheke. Er liefert den Strom für die Beleuchtung und für ein Heißluftgerät, mit dem Gerd Stange immer wieder Kondenzwasser in der Verhörzelle entfernt. Sabine Maurer sieht auch einen ganz praktischen Aspekt für die Pflege der Anlage. „Viele ältere Menschen machen hier Pause auf ihren Wegen durch den Stadtteil, setzen sich auf die Bänke“, hat sie beobachtet.
Das Bezirksamt Hamburg-Nord wird wohl kaum etwas geben können. „Bei der derzeitigen Finanzlage habe ich keine große Hoffnung. Wir haben schon für die Beseitigung von Straßenschäden oft nicht genug“, erklärte der Sprecher des Bezirksamtes, Peter Hansen. Aber er sieht Hoffnungsschimmer in Projektmitteln. Auch eine Patenschaft für den kleinen Park hält Hansen für denkbar. In diesem Zusammenhang könnte der Bezirk Geräte und Handschuhe zur Verfügung stellen. (ch)
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