Ein neuer Blick auf Natur

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Lena Gerritzen kümmert sich um die Pflanzen im Gewächshaus wie hier die Amaryllis Foto: Christa Möller

18-Jährige macht Freiwilliges Ökologisches Jahr im Botanischen Sondergarten

Von Christa Möller
Wandsbek
Was machen Gärtner im Winter? Im Botanischen Sondergarten Wandsbek genießen sie sommerliche Temperaturen im Gewächshaus, wo die empfindsameren Gemüter aus dem Pflanzenreich gepflegt werden wollen. Oder sie befassen sich mit den Pflanzen des Jahres. Oder sie planen den nächsten Newsletter mit Informationen zu den geplanten Seminaren. Für Letzteres ist Lena
Gerritzen zuständig. Die 18-Jährige macht seit Jahresbeginn ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr, kurz FÖJ, im Botanischen Sondergarten. Normalerweise startet das FÖJ nach den Sommerferien, so auch bei ihr. Aber ihre erste FÖJ-Stelle war nicht die richtige für sie. Und im Botanischen Sondergarten passten FÖJ’ler und Arbeitsplatz nicht so gut zusammen. Über die zuständige Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt erfuhr sie von der freien Stelle und so ergab sich der Wechsel, mit dem nun beide Seiten zufrieden sind.

Praxis-Erfahrung


„Ich war mir noch nicht so hundertprozentig sicher, was ich nach der Schule machen will“, sagt die Winsenerin, die zuvor ihre Fachhochschulreife im Bereich Gestaltung gemacht hat und später eventuell noch studieren möchte. Davor allerdings „einmal praktische Erfahrungen zu machen“, war ihr Wunsch. Das FÖJ bietet ihr „einen komplett anderen Blick auf die Natur und die Umwelt“, sagt Lena Gerritzen, die in ihrer Freizeit gern liest und Handball spielt. Derzeit begleitet sie im Sondergarten die Kinderführungen, die sie später allein übernehmen soll. „Das FÖJ ist auch ein Blicköffner in andere Bereiche“, weiß Sondergarten-Leiter Helge Masch und verweist darauf, dass für die Erfindung des Klettverschlusses die Klette Pate stand. „Beim FÖJ wird darauf geachtet, dass es eine arbeitsmarktneutrale Beschäftigung ist. Die FÖJ’ler übernehmen Hilfstätigkeiten und können Dinge, die wir sonst nicht machen würden, mitentwickeln“, sagt Masch.
Bei ihm bekommt Lena Einblicke in den ökologischen Bereich, hat Flyer gestaltet, befasst sich mit dem Thema (Gift-)Pflanze des Jahres oder sorgt eben für Ordnung im Gewächshaus. Ein Wunschprojekt von Helge Masch, der im Botanischen Sondergarten zwei festangestellte Mitarbeiter hat, wäre „Homöopathie für Pflanzen“, das jedoch lässt sich in der Kürze der Zeit nicht mehr umsetzen, denn zum Sommer endet der einjährige ökologische Einsatz für Lena Gerritzen. „Ich finde es spannend, mit jungen Menschen neue Wege zu gehen, die einen aus der eingefahrenen Furche herausschubsen“, sagt ihr Chef, der seit 1983 hier arbeitet und der von der Pflanzenwelt auch außerhalb Europas fasziniert ist. Helge Masch nimmt am Internationalen Gärtneraustausch mit dem Botanischen Garten in Belo Horizonte teil, den er im vergangenen Herbst im Rahmen einer sechswöchigen Brasilienreise besuchte. Wenn die etwa 3000 Fotos sortiert sind, die er dort gemacht hat, dann will er im Botanischen Sondergarten einen Vortrag über die Reise halten.

Über 60 Plätze für das Freiwillige Ökologische Jahr gibt es in Hamburg, das Bewerbungsportal ist noch bis Ende Februar geöffnet. Nähere Infos unter Freiwilliges Ökologisches Jahr und Sondergarten
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