Ein neuer Lehrer...

Anzeige
Die neunjährige Lana ist eine Labrador-Pointer-Mischlingshündin Foto: sin
 
Die 31-jährige Heilerziehungspflegerin Nadina Danker wird ihre Hündin Lana mit zur Schule bringen Foto: sin

Bekkamp-Schüler freuen sich auf den Schulalltag mit der neunjährigen Hündin Lana.
Probelauf für sechs Monate

Von Silke Nadler
Jenfeld
Die Schule Bekkamp kommt auf den Hund: Ab Mai wird der neunjährige Viebeiner Lana zu Gast sein. Sechs Monate lang lernen die Kinder den richtigen Umgang mit dem Hund – in Theorie und Praxis. Hunde gelten als die besten Freunde der Menschen. Sie helfen nicht nur gegen Einsamkeit, sondern bereichern das Leben des Halters emotional, „zwingen“ ihn zu regelmäßigen (Gassi-) Spaziergängen und gelten oft als reguläres Familienmitglied. Ihre Qualitäten werden geschätzt und mehr und mehr genutzt. Was in der Berg-Rettung begann (der berühmte Bernhardiner mit dem Rumfass am Hals), fand seinen Weg über die Ausbildung von Rettungs- oder Begleithunden, beispielsweise für blinde oder stark sehbehinderte Menschen – bis hin zu „Therapiehunden“: Hunde werden immer häufiger – ähnlich wie Delfine – im Rahmen von Heilungsmethoden eingesetzt.
Aber auch „Schul-Hunde“ sind immer beliebter. Das sind speziell geprüfte Hunde, egal welcher Rasse, die in Schulen eingesetzt werden, um Kindern Erfahrungen im Umgang mit Hunden zu ermöglichen, Ängste abzubauen, ein sicheres Verhalten zu erlernen und unter anderem auch Unfällen zwischen Hunden und Kindern vorzubeugen. Lernziel ist beispielsweise, nicht wegzulaufen, sondern ruhig stehen zu bleiben, sich beschnuppern zu lassen.
Studien haben ergeben, dass die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes beispielsweise dafür sorgt, dass Kinder lieber zur Schule gehen, Außenseiter mehr einbezogen und Auffälligkeiten reduziert werden können. Wahrnehmung, Emotionalität, Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten der Schüler besserten sich. Und das probiert jetzt auch die Schule Bekkamp, eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.
Die Idee hatte Nadina Danker, die als Klassenerzieherin der Drittklässler an der Schule arbeitet. Sie hat erst Tierarzthelferin gelernt, danach unter anderem das Tierheim Geesthacht geleitet und ist im zweiten Beruf Heilerziehungspflegerin. „Ich habe bereits in einem kleinen Streichelzoo, den ich zwei Jahre lang geleitet habe, kleine Kurse für Kinder zum richtigen Umgang mit Hunden angeboten.“ Bei geistig und/oder körperlich behinderten oder lernbeeinträchtigten Kindern wie am Bekkamp ist dies wohl für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung – aber eben auch mit besonderem Erfolgspotential.

Der Plan


Und das ist der Plan: Es wird einen Theorieteil geben, in dem Verhaltensregeln mit dem Hund vorab gelehrt werden sollen. Ein halbes Jahr lang werden dann einmal in der Woche maximal vier Kinder in Begleitung mit der Labrador-Pointer-Mischlingshündin Gassi gehen. Das theoretische Wissen wird dabei praktisch umgesetzt. Die Erzieherin wird stets zugegen sein, und darauf achten, dass auch der Hund nicht überfordert wird. Die nötigen Voraussetzungen für diesen Einsatz sind erfüllt: Der Hund muss regelmäßig geimpft, entwurmt und gechippt sein (mit einer Transpondernummer), er muss haftpflichtversichert sein und im
Hunderegister der Stadt Hamburg steuerlich geführt. Alle rechtlichen Fragen wurden mit der Fachärztin für Veterinärwesen im Bezirksamt geklärt. Es gab keine großen behördlichen Hürden, nur die Einverständniserklärung der Eltern musste eingeholt werden.

Schulleiter dafür


Dr. Wolfgang Mahns, Schulleiter der Schule Bekkamp, ist selbst Hundefreund und seit einem Jahr Besitzer der Entlebucher-Hündin „Lotte“. Er unterstützt das Vorhaben: „Hunde verstehen die bewussten und unbewussten Gesten des Menschen zu lesen. Sie bringen uns dazu, klar und konsequent zu sein, sind stets gut gelaunt und für den, der sie zu führen versteht, ein wunderbarer Partner – geradezu optimal für Kinder und Jugendliche, die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen und denen es an Sicherheit und an Selbstbewusstsein mangelt.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige