Ein Ort zum Ankommen

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Der Samba-Tanzkursus erfreut sich großer Beliebtheit Foto: Christa Möller
 
Die Drums nebst Zubehör lagern derzeit ungenutzt im Keller, aber das soll sich ändern Foto: Möller

Verein Spielepark unterstützt Kinder und Jugendliche in Jenfeld

Von Christa Möller
Jenfeld
Seit fünf Jahren betreibt der Verein Spielepark als freier Träger das „Quo Vadis“, das Jugendhaus an der Merkenstraße 24 in Öjendorf, das aus Landesjugendplanmitteln, also städtisch, finanziert wird. „Wohin gehst du? Das ist die Frage, die sich Kinder und Jugendliche hier stellen müssen“, erklärt Einrichtungsleiter Artur Kebernik (65). Ein großer, gemütlicher, im Kolonialstil eingerichteter Raum bietet reichlich Platz beispielsweise für hungrige Schulkinder. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen auch besser mit den Möbeln umgehen, wenn die Einrichtung ein bisschen hochwertiger ist“, sagt der Sozialarbeiter und Sozialtherapeut, der seit 35 Jahren in der Suchtkrankenhilfe aktiv und sehr gut vernetzt ist. Handys haben in diesem Raum keinen Platz, „er soll in erster Linie der Kommunikation untereinander dienen.“ Vor 15 Jahren gründete Artur Kebernik den Verein „Spielepark“. Dessen ehrenamtliche Vereinsvorsitzende ist seine Ehefrau Ingrid, die auch für die Buchhaltung zuständig ist. Weitere neun Mitglieder hat der Verein, der neben dem „Quo Vadis“ weitere vier Projekte betreibt: Die soziale Lernküche in Mümmelmannsberg, die mobile Kinderküche, die Beratungsstelle STOP und das Beschäftigungsprojekt.

Teilnehmer für Trommel-Kurs gesucht


Im Jugendhaus laufen am Mittwoch zwischen 14.30 und 16 Uhr fünf Gruppenangebote: Neben der Kreativ-Werkstatt, die überwiegend Mädchen mit Freude am Basteln anspricht, gibt es die Fahrradwerkstatt. Wer an seinem eigenen Fahrrad etwas reparieren möchte, kann zwischen 16 und 18.30 Uhr vorbeikommen. Bezahlt werden müssen nur die Ersatzteile. Dann gibt es noch das Graffiti-Projekt, das gemeinsame Kochen sowie die Samba-Tanzgruppe von Bibische Manzuna, die im Keller aktiv ist, ebenso wie – eigentlich – die Samba-Trommelgruppe. Aber die Drums nebst Zubehör stehen derzeit ungenutzt im Keller. Schade, findet Artur Kebernik. Am Anfang kamen die Kinder und Jugendlichen mit Begeisterung zum Trommeln, dann ließ das Interesse nach. Jetzt soll deshalb eine Neu-Auflage folgen, ein Lehrer steht bereit. Interessierte kommen einfach direkt im „Quo Vadis“ an der Merkenstraße 14 vorbei und informieren sich: Öffnungszeiten des offenen Jugendtreffs sind von montags bis freitags zwischen 14 und 18.30 Uhr. Ausnahme: während der Gruppenangebote am Mittwoch zwischen 14.30 und 16 Uhr.

120 Kinder am Tag


Die Kreativ-Werkstatt ist übrigens eines von mehreren Angeboten in Kooperation mit der benachbarten Stadtteilschule Öjendorf, deren Schüler montags bis donnerstags ab 12 Uhr zum Essen kommen können, aber auch gern die Gelegenheit zum Billard spielen, Musik hören oder spielen nutzen. Hausaufgabenhilfe gibt es bei Bedarf. „Wir sind zumindest unterstützend tätig“, sagt Artur Kebernik. Den Tagesdurchlauf beziffert Kebernik mit 80 bis 120 Kindern zwischen zehn und neunzehn Jahren aus Öjendorf und Jenfeld. Außer ihm gibt es weitere zwei hauptamtliche und diverse Honorar-Kräfte, die die Jugendlichen betreuen, sowie zusätzlich gegebenenfalls Praktikanten. „Schüler können hier ab der 5. Klasse ein Praktikum machen“, so der 65-Jährige. Der Leiter des Jugendhauses geht zwar im kommenden März in Ruhestand, will aber seinen Kindern und Jugendlichen treu bleiben und weiter arbeiten. Sein Verein ist auf Unterstützung durch Sponsoren dringend angewiesen, finanziert er sich doch durch Zuwendungen von Dritten. „Wir haben mehrere Stiftungen wie die Max Schmeling-Stiftung, die uns unterstützen.“ Gerade hat sich die HOTH-Stiftung, die sieben Jahre lang die Betriebskosten in Mümmelmannsberg finanziert hat, zurückgezogen, sie will sich regional mehr engagieren. Dringend wird deshalb ein neuer Sponsor gesucht.
„Wir haben einen Jahresetat von 60.000 Euro, der fast ausschließlich über Spenden und Zuwendungen von Dritten läuft“, sagt Artur Kebernik. Durch den Verleih von Spielgeräten würden gerade so die in diesem Bereich entstehenden Kosten gedeckt, sagt der Vereins-Geschäftsführer, der dennoch schon ein neues Projekt im Auge hat: Er möchte ab März 2016 für bis zu zwölf Flüchtlingskinder eine spezielle Gruppe anbieten. Dabei denkt er an einen Deutschkursus sowie an die Freizeitgestaltung. Besonders wichtig: Auch im Bereich Gesellschaftslehre will der Verein aktiv werden und den Flüchtlingen Themen wie Homosexualität, die Stellung der Mädchen und Frauen in der Gesellschaft sowie die Trennung von Religion und Staat näher bringen. „Wir glauben, dass das sehr wichtig ist, damit sie überhaupt eine Chance haben für den Zeitraum, in dem sie hier sind, in gegenseitigem Respekt zusammenzuarbeiten. Sie brauchen Raum für sich – einen Platz, wo sie sich wohlfühlen können.“ Unterstützung dafür erhofft er sich durch die Aktion Mensch, die möglicherweise 80 Prozent der Kosten für eine auf drei Jahre begrenzte Erzieherstelle sowie Honorare und Sachmittel übernehmen wird. Für die restlichen 20 Prozent müssen sich noch Sponsoren finden. (cm)

Um die Zukunft des Vereines zu sichern, hat das Ehepaar Kebernik eine Stiftung „unter dem Dach der Haspa-Stiftung“ gegründet. Näheres unter: www.spieleparkev.de


Das Spendenkonto: Spielepark e.V., Hamburger Sparkasse, BLZ: 200 505 50, Kontonummer: 1332103546
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