Ein Wahrzeichen wird 50

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Am 20. Februar ist Kirchweihjubiläum in Sankt Agnes Foto: Christa Möller
 
Die Kirche war noch nicht ganz fertig, als am 25. Dezember 1965 schon die erste heilige Messe hier gefeiert wurde Foto: Sankt Agnes

Sankt Agnes feiert Kirchweihjubiläum. Programm mit vielen Glanzlichtern

Von Christa Möller
Tonndorf/Jenfeld
Im Arbeitszimmer von Alfred Hanke stapeln sich die Ordner mit Unterlagen über seine Kirchengemeinde neben Koffern voller Dias, die er alle digitalisiert hat. Denn ein großes Ereignis gilt es vorzubereiten: Das 50-jährige Kirchweihjubiläum am 20. Februar. Aus diesem Anlass ist eine Festwoche mit viel Programm geplant, zu dem der 79-jährige Kirchenvorsteher mit einem Bildervortrag über 50 Jahre Sankt Agnes beitragen wird. Am 21. Januar 1964 war Grundsteinlegung für die von Architekt Gerhard Troitzsch entworfene Kirche an der Jenfelder Allee 79. Zwei Jahre später, am 20. Februar 1966, erfolgte die Weihe. „Die erste heilige Messe war am 25. Dezember 1965, da war die Kirche noch nicht ganz fertig“, erzählt Alfred Hanke. Die Kirchengemeinde Sankt Agnes sei mit der Völkerwanderung nach dem 2. Weltkrieg entstanden, als auch viele Katholiken aus den Ostgebieten nach Hamburg kamen. Auch Hankes Familie stammt daher, er wurde in Neustadt/ Oberschlesien geboren und kam als Kind 1946 nach Hameln. Seit 1959 lebt der gelernte Schmied und Bauschlosser in Hamburg, wo er als Berufssoldat tätig war. Die Gemeinde Sankt Joseph in Wandsbek war nicht in der Lage, alle Gemeindemitglieder sofort aufzunehmen, „so fanden die ersten Gottesdienste in den 1950-er und 1960-er Jahren in der Estorff-Kaserne statt und später in der Tonndorfer Schule. 3.500 Mitglieder aus Tonndorf und Jenfeld hatte die Kirchengemeinde damals.“ Weihbischof Johannes von Rudloff fand in Tonndorf, „etwas an der Peripherie des Ortes“, einen Platz für das neue Gotteshaus, das er am 20. Februar 1956 weihte. Herausragend ist der Turm mit einem Hahn und 32 Metern Höhe. Die Patronin Sankt Agnes stammt aus einer römischen Adelsfamilie. Weil die Zwölfjährige nur Gott ihre Liebe geben und nicht heiraten wollte, wurde sie schließlich enthauptet. Erster Pfarrer war Marian Joachim Lange. (1983 folgte Pfarrer Rimbert Panther. Seit 2009 ist Peter Wegner Pfarrer in Tonndorf, dazu kommt mit einer Viertelstelle Michael Elsner.) Finanziert wurde der Bau vom Verband der römisch-katholischen Kirchengemeinden – „Hamburg gehörte damals zum Bistum Osnabrück.“ Inzwischen hat die Kirchengemeinde 5.500 Gemeindemitglieder und ist eine große Pfarrei mit zwei Gemeinden – am 1. Januar 1977 kam die Kirchengemeinde Sankt Martin in Barsbüttel dazu.

Bunte Gemeinde


Der Kirchengemeinde gehören viele Menschen mit Migrationshintergrund an, so sind neben Deutschen auch Polen und Inder darunter, „aber auch viele Boatpeople aus Vietnam haben bei uns hier eine Heimat gefunden“, sagt Alfred Hanke. Insgesamt sind etwa 70 Nationen in der Gemeinde vertreten. Sich austauschen, miteinander leben und gemeinsam Gottesdienst feiern – kein Problem: Denn der Ritus der Katholischen Kirche ist einheitlich. Der Gottesdienst findet übrigens in deutscher Sprache statt. Zu besonderen Anlässen gab es auch schon mal vietnamesische oder ghanaische Messen. Wie die Zukunft der Kirchengemeinde aussehen wird? Bedingt durch den Priestermangel wird es anstelle eines eigenen Pfarrers einen Hauptpfarrer mit einem pastoralen Mitarbeiterteam geben. Die Umstellung soll in drei Jahren abgeschlossen sein.
Am 17. Februar hält Alfred Hanke beim Seniorentreff um 16 Uhr einen Bildervortrag über 50 Jahre Sankt Agnes, und um 17 Uhr folgt der Vor. Als besonderes Highlight der Woche steht am 18. Februar, 19 Uhr, das „Konzert der Chöre“ an mit den Kirchenchören St. Agnes, St. Martin und dem Kirchenchor der evangelischen Christopherus-Gemeinde Hummelsbüttel an. Am Freitag, 19. Februar, geht es mit dem Preisskat ab 19 Uhr eher weltlich zu.

Anmeldung unter Telefon 672 42 98. Das vollständige Programm gibt es auf www.st-agnes-tonndorf.de
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