Eine Krawatte brachte Glück

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Horst und Ursula Schröder sind seit 65 Jahren verheiratet. Ihr Tipp: Den anderen so lassen, wie er ist Foto: kg

Beim Tanztee vor 65 Jahren lernte Horst Schröder seine Ursula kennen

Eilbek Horst und Ursula Schröder – er ist flotte 90, sie gepflegte 87 – sind seit 65 Jahren verheiratet und haben noch heute ein Strahlen im Gesicht, wenn sie sich an ihre gemeinsame Geschichte erinnern.
Wie so viele junge Paare in den Jahren nach 1945 lernten sich die beiden beim Tanztee kennen. Ursula und Horst begegneten sich im Café Köllisch in Bramfeld zum ersten Mal. „Ihr dunkles Haar und die braunen Augen haben mich gleich fasziniert“, schwärmt Horst Schröder noch heute und schaut liebevoll auf seine Frau. „,Die willst du haben‘, habe ich gedacht.“ Doch Ursula gefällt die Fliege, die sich der junge Mann so sorgsam für den Tanz umgebunden hatte, nicht. „Haben Sie denn keine ordentliche Krawatte“, fragte sie damals mit einem Schmunzeln. Und ob Horst Schröder eine Krawatte hatte! Er zog das mitgebrachte Stück aus der Innentasche seines Jacketts und tauschte kurzerhand die unbeliebte Fliege gegen die schicke Krawatte aus. „Da war es um mich geschehen“, lacht Ursula, der diese Spontanität so sehr gefallen hatte, dass sie beim Heiratsantrag, gleich zwei Wochen später, ebenso spontan „Ja“ sagte. Die ersten Jahre nach dem Krieg seien dann nicht immer einfach gewesen, erinnern die Eheleute. Man habe mit der ersten Tochter für kurze Zeit sogar in einem Gartenhaus gelebt, bis es endlich bergauf ging: Die erste Wohnung von der Genossenschaft konnten die jungen Eltern auf dem Dulsberg beziehen, später die größere in der Rückertstraße. Mit den Töchtern seien die beiden viel gereist, was auch heute noch ihr Hobby ist. „Im Winter geht es mit dem Kreuzfahrtschiff ,Aida‘ auf Tour“, verraten die fitten Rentner. Ob sie auch mal gestritten hätten in 65 Jahren? „Klar“, sagen sie gleichzeitig. Doch habe man dabei stets sachlich diskutiert und so die kleinen Probleme aus der Welt geschaffen. Immer am Sonntag nach dem Frühstück habe es den Familienkummerkasten gegeben. „Jeder, auch die Kinder, konnte dann seine Sorgen vortragen und es wurde darüber gesprochen.“, erklären die Schröders, denen der Familienzusammenhalt immer wichtig war. Für das Weihnachtsfest sind sie daher auch schon ausgebucht. Zuerst geht es in die Heide zur Tochter, dann zum Enkel und auch die kleine Urenkelin soll noch besucht werden. Bevor der ganze Weihnachtstrubel beginnt, fahren sie aber immer einmal in die Innenstadt und schauen sich die schöne festliche Beleuchtung an. „Außerdem“, verrät Horst Schröder, „ist ein weiteres Hobby meiner Frau das Shoppen.“ Die Krawatte von damals übrigens, hat Horst Schröder noch heute. In der Familie gilt sie als „Glückbringer“: Wer eine Prüfung vor sich habe, der leihe sich den Binder als Talisman aus. (kg)
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