Endlich Hilfe gegen Krätze

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Noch steht das Zeltlager im Moorpark unter Quarantäne Foto: rg

Flüchtlinge im Moorpark werden behandelt. Spenden aus dem Stadtteil

Von Rainer Glitz
Jenfeld
Nur wenige hundert Meter vom Zelt-Camp im Moorpark entfernt trafen sich am Montag fast 50 interessierte Bürger, Vertreter von Einrichtungen aus dem Stadtteil und von „fördern und wohnen“. Ziel der Veranstaltung im Jenfelder Jugendzentrum: Die ehrenamtlichen Hilfsangebote für die Flüchtlinge zu koordinieren.

Medikamente sind eingetroffen


Doch zuerst gab es eine Bestandsaufnahme. Das Warten auf medizinische Behandlung wegen der seit drei Wochen grassierenden Krätze wird bald ein Ende haben. Die aus Frankreich bestellten Tabletten sind eingetroffen. Demnächst werden 200 Helfer das Medikament an alle Flüchtlinge verteilen. Die behandelten Patienten werden neu eingekleidet und die Zelte desinfiziert.

Behandlungszelte werden aufgestellt


Für die Aktion werden Ende der Woche zusätzliche Zelte und Container aufgestellt. Diese werden bereits am Abend wieder abgebaut. „Im September wird es dann wieder normal weitergehen“, freut sich Bastian Faust, „fördern und wohnen“-Teamleiter für den Jenfelder Moorpark.

Kinderbetreuung


Dann werde das DRK eine Halbtags-Kinderbetreuung für 3- bis 6-Jährige anbieten. Was die Zukunft der Zeltstadt angeht, wisse er lediglich, dass keine Container aufgebaut werden sollen, so Faust. Zum Monatswechsel wird auch die Kleiderkammer des Camps an drei Tagen pro Woche ihre Arbeit aufnehmen. „Wir haben schon unheimlich viele Spenden aus Jenfeld bekommen“, freut sich Elke Gäth, die das Sortieren der Kleidung organisiert. Für 150 Flüchtlinge lägen je zwei Garnituren bereit, verpackt in ebenfalls gespendete „Blume 2000“-Tragetaschen. „Wir brauchen viele Helfer“, sagt Gäth. Entsprechende Angebote kommen von Schülern der Otto-Hahn-Schule, dort lagert die Kleidung im Moment noch. Künftig sollen Zettel am Eingang des Camps darauf hinweisen, was genau an Spenden benötigt wird.

Deutschunterricht geplant


Diskutiert wurde bei dem Treffen außerdem, wo und wie es Deutschunterricht geben könnte. Auch ein kostenloser Internet-Zugang über WLAN soll eingerichtet werden. Derzeit gibt es dieses Angebot bereits im Jenfelder Jugendzentrum.

Willkommenscafé im Jenfeld-Haus


„Auch wir möchten uns engagieren“, erklärte Olaf Schweppe vom Jenfeld-Haus. Dort soll es künftig ein Willkommens-Café mit kostenloser Bewirtung für die Flüchtlinge geben. Im großen Saal wäre vielleicht auch Platz für Deutschunterricht, so Schweppe. Dringend benötigt werden noch Ideen für Angebote aus den Bereichen Sport, Kultur oder Musik. Alles, was für Beschäftigung sorgt und den Alltag der Flüchtlinge verbessert. Ideen für ehrenamtliche Projekte werden mit Mitteln des Bezirksamtes Wandsbek unterstützt.
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