Endlich Tempo 30!

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Freuen sich über die schnelle Umsetzung für Tempo 30 in der Jüthornstraße: die Anwohner Gerhard Kobe, Nora Leser, Hugo Minder und Ingrid Voss Foto: Je

Skurril: Beschluss zum Schutz der Jüthornstraße – nicht für die Menschen

Von Martin Jenssen
Marienthal
Die Jüthornstraße wurde im Jahre 1903 angelegt. Damals sollte sie hauptsächlich von Pferdegespannen und Husaren genutzt werden. Heute braust durch die kleine Straße mehr Verkehr als über so manche Autobahn. Viele Autofahrer nutzen die Jüthornstraße als schnelle Verbindung zum Horner Kreisel, seitdem in der Hammer Straße der Tunnel für die Bahn gebaut wird. Etwa 12.000 Fahrzeuge pro Tag, davon rund 14 Prozent Lastwagen, muss die Jüthornstraße aufnehmen.
Seit über zwei Jahren fordern die Anwohner eine Verkehrsberuhigung: Ihre Straße soll als Tempo-30-Zone ausgewiesen werden - und zumindest nachts soll es ein Fahrverbot für Lkw geben. Gerhard Kobe, einer der Sprecher der Anwohner: „Es gab zehn Beschlüsse der Bezirksversammlung, etwas zu ändern.Passiert ist nichts.“ Abgesegnet werden müssen Beschlüsse zur Verkehrsberuhigung von drei übergeordneten Behörden: Innenbehörde, Wirtschaftsbehörde und Umweltbehörde. Mehrere Anwohner der Jüthornstraße klagen über Erkrankungen. Ob durch den Lärm oder die Luftverunreinigung ist nicht feststellbar. „Die Fenster zur Straße können wir nur selten öffnen“, sagt Anwohnerin Nora Leser. „Es stinkt gewaltig, vor allem, wenn sich morgens und abends der Verkehr in der Straße staut.“ Eine Freundin, die bei ihr übernachtete, sagte: „Heute Nacht hat es bei euch ein Erdbeben gegeben!“ Die Hausherrin: „Das war nur ein Lkw, der durchgerast ist!“

Jetzt stehen die Schilder


Nachts zwischen 2.00 und 4.00 Uhr werden die Anwohner besonders gestört, weil die „Brummis“ dann mit weit mehr als den erlaubten 50 km/h durch die Straße jagen. Auch bei Ingrid Voss, die im Asmusweg, knapp 100 Meter entfernt von der Jüthornstraße wohnt, ist der Krach zu hören. „Bei uns sind schon mehrfach die Gläser aus den Regalen gepurzelt“, erzählt sie. Auf die Beschwerden der Anwohner wurde bisher keine Rücksicht genommen – und dennoch ist sie am Anfang dieser Woche gekommen: die Tempo-30-Zone in der Jüthornstraße. Am Montag wurden die Schilder aufgestellt.
In einem Scheiben aus dem Referat für Grundsatzangelegenheiten des Straßenverkehrs der Innenbehörde heißt es: „Die Anordnung der Geschwindigkeitsbeschränkung durch die Bauverwaltung soll zum Schutz der Straße getroffen werden.“ Die Innenbehörde hat erhebliche Straßenschäden festgestellt, verursacht vermutlich durch den immensen Straßenverkehr.
Nun hoffen die Anwohner, dass die Anordnung auch ihnen nützt, und sie jetzt wieder ruhig schlafen können. Denn was die Straße schützt, wird in diesem Fall auch die Bürger schützen. Das ist doch kein schlechter Nebeneffekt.
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