Entwarnung für ehemalige Deponie

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Die ehemalige Kiesgrube wurde mit Bauschutt, Baumaterial und Müll verfüllt. Heute entdeckt man in dem Wildwuchs noch BausteineFotos Bätz

Schutt und Müll am Hagenweg sind ohne Risiko, ergab eine SPD-Anfrage

Von Hubert Bätz
Rahlstedt. Von den auf dem ehemaligen Deponiegelände am Hagenweg eingelagerten Altlasten geht keine Gefahr für Mensch und Umwelt aus. Das teilte die Umweltbehörde auf eine Kleine Anfrage des SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter jetzt mit. Buschhüter hatte sich aufgrund vermehrter Fragen von besorgten Bürgern an den Senat gewandt.

Im Besitz der Stadt

Das zirka ein Hektar große Grundstück gehört seit mindestens 1951 der Stadt. Zwischen 1956 bis 1959 wurden dort durch die damalige Tiefbauabteilung Rahlstedt Bauschutt, Bodenaushub und Hausmüll eingelagert. Von 1969 bis 1992 diente die Fläche diversen Firmen als Lagerplatz für Boden- und Abbruchmaterialien und kompostierbare Gartenabfälle. Seit 1993 ist die Fläche bereits Bestandteil des Naturschutzgebietes Stellmoorer Tunneltal, weil sie durch ihren artenreichen Waldsaum und als Sommerlebensraum für Amphibien schutzwürdig ist.
Auf dem Areal sind heute noch deutlich Ablagerungen von Bauschutt, wie Mauer- und Betonbrocken und Ziegelsteine, zu erkennen. Die Fläche ist von Gestrüpp und Bäumen überwuchert und schwer zugänglich.

Gas tritt nicht aus

Weil die Fläche brach liegt, schließt die Umweltbehörde auch eine Gefährdung durch Deponiegase aus. Für die angrenzende Bebauung bestehe aufgrund des geringen Deponiegaspotentials keine Gefahr, Gaswanderungen in benachbarte Grundstücksbereiche können aus Sicht der Behörde ausgeschlossen werden, sagt Ole Thorben Buschhüter. Eine Beeinflussung des Grundwassers durch die „Altlast“ sei ebenfalls nicht erkennbar. Die Fläche werde mit der nahegelegenen Deponie Höltigbaum durch ein gemeinsames Brunnennetz von der Umweltbehörde überwacht.

Wohnungsbau auf der Fläche nicht möglich

Buschhüter: „Sollte die Fläche einer Nutzung zugeführt werden, müssen weitere Untersuchungen zur Ermittlung des Schadstoffpotenzials des Auffüllungsmaterials und der Bodenluft durchgeführt werden.“ Wohnbebauung wird es auf der Fläche allerdings nicht geben. „Das Grundstück liegt im Naturschutzgebiet und im baurechtlichen Außenbereich, eine Bebauung kommt daher nicht in Frage“, erklärt Buschhüter. Es erscheine auf den ersten Blick schwer verständlich, wie eine Deponie unter Naturschutz gestellt werden kann. Er habe sich darüber auch gewundert.
Bei näherer Betrachtung muss man jedoch erkennen, dass sich hier trotz oder gerade wegen der Deponie im Laufe der Zeit eine schützenswerte Flora und Fauna angesiedelt habe, sagt der SPD-Politiker, der Mitglied des Umweltausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft ist.
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