Erst Abrisskrimi-jetzt Wohnungsbau?

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Ganze Arbeit leistete ein Betrüger, als er im Oktober 2011 auf dem Grundstück Am Lehmberg 27 das alte Haus mit einem gemieteten Bagger in Schutt und Trümmer legte. Noch heute liegen die Überreste auf dem GrundstückFotos: Bätz

Grundstück am Lehmweg 27 hat neuen Besitzer. Pläne für das Gelände sind noch unbekannt

Von Hubert Bätz
Hamburg. Die Geschichte um die illegal abgerissene Villa am Lehmweg 27 könnte bald ein gutes Ende nehmen. Die Ahrensburger Immobilienfirma Immobilien-Paasch gab nun bekannt, dass das Grundstück verkauft ist. Demnächst soll der Kaufvertrag notariell beglaubigt werden. Zum Käufer äußerte sich das Immobilienunternehmen nicht. Laut einer Tafel an der Baustelle soll das Grundstück 450.000 Euro kosten. Unklar ist auch, ob die Stadt Hamburg von ihrem Vorkaufsrecht für den hinteren Teil des rund 1573 Quadratmeter großen Gelände Gebrauch machte.

Illegaler Abbruch

Dass die Stadt dieses Recht in Anspruch nimmt, hoffen zumindest die beiden Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ekkehard Wysocki und Ole Thorben Buschhüter. Beide hoffen, dass auf dem Grundstück Wohnungen entstehen. Die Politiker hoffen auch, dass die Stadt einen Teil des Geländes erwirbt, um einen Verbindungsweg zwischen Nienhagener Straße und Timmendorfer Straße zu schaffen. Lediglich acht Quadratmeter fehlen für den Weg.
Aus Sicht der beiden Abgeordneten fände damit eine skurrile Geschichte endlich ein gutes Ende. Im Oktober 2011 zerstörten Unbekannte die damals schon leer stehende und verwahrloste Villa. Laut Polizei steckte ein 45-jähriger Betrüger dahinter – und der ging nach einem ganz perfiden Plan vor: Die Abrissbagger sollen von einem Verleih stammen. Der Mann brachte sie jedoch nicht zurück. Beim Bezirksamt soll er sich als Bewohner des Grundstücks ausgegeben haben. Er hatte es wohl auf Kupfer und andere wertvolle Metalle abgesehen. Die Trümmer des Abrisses wurden auf dem Grundstück zurückgelassen und sind bis heute sichtbar.

Wohnungsbau möglich

Die Grundstückseigentümerin, eine ältere demente Dame, die im Hamburger Umland lebt, erstattete im November 2011 Anzeige. Nach längerer Zeit konnte schließlich der mutmaßliche Täter ermittelt werden, er wurde vor dem Amtsgericht Wandsbek angeklagt, das Verfahren aber eingestellt, nachdem er in Nürnberg wegen Drogenhandels zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Nach dem mysteriösen Abriss stand das Grundstück längere Zeit zum Verkauf.
Mit dem Verkauf des Grundstücks könnte wieder Bewegung in den Fall kommen. Ein Bauantrag liegt dem Planungsausschuss jedoch bisher noch nicht vor. Die Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Ekkehard Wysocki und Ole Thorben Buschhüter hoffen dennoch,w „dass bald hier Wohnungen entstehen.“ (hbz)
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