Es bleibt dabei: Dominikweg wird umbenannt

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Die Wohnstraße in Jenfeld soll umbenannt werdenFotos: rg

Laut Archiv der Kulturbehörde war Kaiserlicher Kolonialoffizier Namenspate

Von Rainer Glitz
Jenfeld. Im Bezirk Wandsbek sind noch immer zahlreiche Straßen nach Männern benannt, die eng mit der oft unrühmlichen deutschen Kolonialgeschichte in Afrika verbunden sind. Deshalb sprach sich die Bezirksversammlung im November 2012 dafür aus, den Dominikweg in Jenfeld und die Wißmannstraße in Wandsbek umzubenennen. Bei Letzterer ist der Fall klar: Sie ist benannt nach dem Kolonialoffizier Hermann von Wissmann, der die militärische Machtübernahme im damaligen Deutsch-Ostafrika einleitete.
Im Fall Dominikweg gab es allerdings zwei Meinungen. Denn es gab nicht nur den in Kamerun tätigen kaiserlichen Offizier Hans Dominik (1870 – 1910), sondern auch einen namensgleichen Science-Fiction-Autoren (1872-1945). Nicht nur Anwohner brachten die nicht-militärische Variante in die Diskussion ein, auch ein Buch über Hamburger Straßennamen aus dem Jahr 2006 nannte den Autor als Namensgeber. Ein anderes Buch aus 2002 blieb bei Hans Dominik, dem Offizier.

Archivblatt von 1947

Um diese Zweifel auszuräumen, fragten die Wandsbeker Bezirksabgeordneten Ortwin Schuchardt und Rainer Schünemann (beide SPD) sowie Cornelia Stoye (Grüne) nun offiziell bei der Kulturbehörde nach. „Gemäß der amtlichen Straßennamenkartei wurde die damalige Weddigenstraße nach Hans Dominik, Major, umbenannt. Das Umbenennungsdatum ist der 23. September 1947“, lautet die Antwort. Der alte Name sei militärisch, heißt in den Geschäftsunterlagen des Staatsarchivs, der neue ehre einen „Afrikaforscher“. Aufzeichnungen der britischen Militärregierung zu dieser Umbenennung konnten im Staatsarchiv nicht ermittelt werden, so die Kulturbehörde weiter.

Anwohner: Es gibt wichtigere Probleme

„Daher gilt für den Dominikweg weiterhin unsere Beschlusslage. Die öffentliche Veranstaltung dazu wird von einem Arbeitskreis des Finanz- und Kulturausschusses vorbereitet“, sagte Rainer Schünemann von der SPD. Eben diese öffentliche Anhörung vermissen bislang die Anwohner der nicht weit vom Dominikweg entfernten Wißmannstraße. In einem offenen Brief samt Unterschriftensammlung wandten sie sich gegen die Umbenennung.
Niemand habe sich je über den Namen beschwert. Hermann von Wissmann sei wenig bekannt und solle keinesfalls geehrt werden. Er sei schlicht Teil der deutschen Geschichte. Es gebe wichtigere Probleme als eine Umbenennung, schreiben die Anwohner der Wandsbeker Wohnstraße, etwa kaputte Bürgersteige oder fehlende Radwege.
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