„Es geht immer nur um Macht“

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Mizgin Ciftci (l.) und Jan van Aken von der Linken Foto: rg

Diskussion über Syrienkonflikt im Kulturschloss Wandsbek

Wandsbek Millionen Menschen mussten das Kriegsgebiet in Syrien und im Irak verlassen, die Flüchtlingspolitik bestimmt seit Monaten die Schlagzeilen. Doch wer kämpft dort eigentlich gegen wen? Reagiert der Westen richtig? Wie könnten Lösungen aussehen? Rund 120 Gäste kamen ins rappelvolle Kulturschloss Wandsbek auf Einladung der Linken. Auf dem Podium: Der Hamburger Bundestagsabgeordnete und Rüstungsexperte Jan van Aken und der niedersächsische Linken-Politiker Mizgin Ciftci, selbst Jeside. „Es ist kein Religionskonflikt, es geht immer nur um Macht“, erklärte Jan van Aken. Es sei ein Stellvertreterkrieg, ähnlich dem 30-jährigen Krieg damals in Europa. Die Lage sei selbst für ihn nach mehreren Besuchen in der Kriegsregion unübersichtlich geworden. Syrische Regierungstruppen, Rebellen, Kurden und der sogenannte Islamische Staat (IS) verfolgten ihre Interessen.Dazu kämen die USA, Russland, Saudi-Arabien und der Iran. „Die deutschen Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga im Nordirak sind ein Riesenfehler“, sagte van Aken. Der IS sei mit Waffengewalt nicht zu besiegen, das hätten 13 Jahre Krieg gegen die Taliban in Afghanistan gezeigt. Auch Mizgin Ciftci kritisierte die Waffenlieferungen an die Peschmerga. Deren Kämpfer seien geflüchtet, als die Jesiden in Syrien vom IS angegriffen wurden. Die PKK-nahen Kurden in Nordsyrien hätten einen Korridor freigekämpft, so Ciftci. Anders als Jan van Aken könne er sich Waffenlieferungen an die Jesiden zur Selbstverteidigung vorstellen, sagte Ciftci. Beide Linken-Politiker waren sich einig, wie eine Lösung aussehen könnte. Die Geldflüsse aus Saudi-Arabien und den Emiraten an den IS müssten gestoppt und die türkisch-syrische Grenze geschlossen werden. So könnten der Verkauf von Öl der Terroristen und umgekehrt Waffenlieferungen an den IS unterbunden werden. Gleichzeitig müsse der Westen mehr Geld für menschenwürdige Flüchtlingslager in der Region zur Verfügung stellen. Während der Diskussion kamen zwei Flüchtlinge aus Syrien zu Wort. Sie dankten für ihre Aufnahme in Hamburg. (rg)
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