Faire Gemeinde in Hamburg

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Pastorin Sabine Erler, Ingrid Pfeifer, Doris Kuhl und Irmgard Rein (v.li.)
 
Das Sortiment ist breit gefächert. Neben Kaffee und Schokolade gibt es bei der Eine-Welt-Gruppe auch Kunsthandwerk aus fairem Handel Fotos: Christa Möller

30 Jahre Eine-Welt-Gruppe in Barsbüttel

Von Christa Möller
Hamburg. In Barsbüttel gab es kürzlich eine besondere Feier: Den Haiti-Gottesdienst zum 30-jährigen Bestehen der Eine-Welt-Gruppe. Die Gruppe verkauft schon seit 1984 fair gehandelte Produkte. Ob Kakao aus Peru, Wein aus Südafrika oder Tee aus Sri Lanka, die Produzenten in Afrika, Lateinamerika und Asien liefern nicht nur hervorragende Produkte – sie werden dafür auch fair bezahlt. Mit dem Geld können sie die Ausbildung ihrer Kinder oder ihre eigene Fortbildung sowie neue Produktionsmittel finanzieren und so die Qualität ihrer Erzeugnisse steigern. „Ich mache den Einkauf“, erzählt Irmgard Rein stolz. „Wenn Bedarf ist, fahre ich zum GEPA-Handselszentrum in der Stresemannstraße.“ Mindestens sechs Mal im Jahr ist die 73-Jährige dafür einen Vormittag lang unterwegs. Kein Problem für sie: „Da es mir soviel Freude macht, gucke ich nicht auf die Uhr.“
Die „GEPA - The Fair Trade Company“, das größte europäische Fair-Handelsunternehmen, sichert den Erzeugern eine Mindestabnahmegarantie und eine Preisgarantie zu – unabhängig vom Weltmarkt. „Für die Produzenten ist das ganz wichtig“, betont Ingrid Pfeifer, 76, die sich wie Irmgard Rein seit den 1990er Jahren in der Barsbütteler „Eine-Welt-Gruppe“ engagiert.

Faire Waren im Gemeindehaus erhältlich

Anfangs verkaufte die Gruppe ihre Waren noch freitags an einem Wochenmarkt-Stand. Etwa acht Frauen beteiligten sich an der damals so genannten Dritte-Welt-Gruppe, darunter Doris Kuhl (62), die das Eine-Welt-Team komplettiert. Entstanden ist die Gruppe vor 30 Jahren aus der Friedensgruppe, wie Doris Kuhl erinnert. Doch im Laufe der Zeit wurden immer mehr Frauen wieder berufstätig. Deshalb wurde der Stand auf dem Wochenmarkt aufgegeben und ein Regal mit fair gehandelten Produkten ins Gemeindehaus gestellt, wo die Gemeindesekretärin die Kunden bediente.
Inzwischen gibt es dienstags und freitags im Gemeindehaus der Barsbütteler Segenskirche am Stiefenhoferplatz 3 diverse Waren, an denen auch die Erzeuger gut verdienen. Dort, aber auch bei Gottesdiensten oder anderen Gelegenheiten wie dem Sommerfest der Vereine und Verbände in Barsbüttel, verkaufen die drei Ehrenamtlichen Lebensmittel, aber auch Servietten, Kunsthandwerk und Dekoartikel aus fairem Handel. In der Barsbütteler Kirchengemeinde sind etwa 220 Mitglieder ehrenamtlich aktiv. Viele auch mit ihren Spenden. „Ohne die Ehrenamtlichen ginge hier gar nichts, davon lebt die Kirchengemeinde“, sagt Pastorin Sabine Erler.

Faire Produkte kosten 30 Prozent mehr

„Unsere Stammkunden kaufen am liebsten Kaffee, Tee, Honig und Zartbitterschokolade“, weiß Ingrid Pfeifer um die Vorlieben der etwa 20 Barsbütteler, die regelmäßig kommen. Immerhin kosten die fair gehandelten Waren etwa 30 Prozent mehr als anderswo. Verstärkung im Verkaufsteam benötigen die drei Damen momentan nicht. „Wir brauchen eher ideelle Unterstützer, die den Gedanken weitertragen und die Produkte bei uns einkaufen“, erklärt Doris Kuhl.
Der Eine-Welt-Gedanke, die Bewahrung der Schöpfung, der sorgfältige Umgang mit Ressourcen, sind urtheologische Themen. „Das wird hier nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt“, sagt Pastorin Sabine Erler.
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