Falsche Fünfziger verkauft

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Justizia

Geldfälscher vor Jugendstrafkammer des Hamburger Landgerichts

Von Martin Jenssen
Tonndorf/Trittau
Er war fleißig. Sehr sehr fleißig sogar. Allerdings mit einer Tätigkeit, die die Justiz sehr ärgerlich macht und mit hohen Strafen belegt. Der Name der Tätigkeit: Geldfälschung. Und deswegen muss sich Peyman M. (22) jetzt vor einer Jugendkammer des Hamburger Landgerichts wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung verantworten. In seiner Wohnung in Tonndorf hat der Angeklagte über 2000 „falsche Fünfziger“ hergestellt. Über 100.000 falsche Euro wollte er so in Umlauf bringen. Schlimm genug. Doch zu allem Überfluss zog der Fälscher seine 20jährige Verlobte Laura K. mit in die kriminellen Machenschaften hinein. Die Schülerin aus Trittau half ihm dabei, die falschen Scheine in Umlauf zu bringen.

Umfassendes Geständnis

Vor dem Jugendgericht legten die Angeklagten ein umfassendes Geständnis ab. Im Darknet erwarb der Angeklagte eine Druckdatei. Für die Hologramme auf den Scheinen zahlte er einen Euro pro Stück. Zum Drucken verwendete er ganz normales Din A4 Papier. Erst nach vielen Druckversuchen gelang es ihm, Scheine herzustellen, die man auf den ersten Blick für echt halten konnte. Dann wurde mit einem Tintenstrahldrucker produziert. Auf einer besonders gesicherten Webseite im Darknet eröffnete Peyman M. einen Webshop, über den er die Falsifikate zum Preis von 7,50 Euro pro Stück verkaufte. Bei Abnahme größerer Mengen wurden den Käufern gestaffelte Rabatte eingeräumt. Bei Abnahme von mehr als 250 Stück sollte ein Schein nur noch sechs Euro kosten. Käufer fand er in Berlin, Mannheim, Duisburg, Ingolstadt und Uetersen. Seine Verlobte half bei dem Versand, brachte die Päckchen mit den Blüten in Trittau zur Post.

Prozess wird fortgesetzt

Allerdings flogen die Erwerber reihenweise mit den gefälschten Scheinen auf, so dass am Ende „nur“ rund 350 Scheine in den Umlauf gerieten. Dadurch kamen die Fahnder dem Fälscher schnell auf die Spur. Vor Gericht schämte sich der Angeklagte. Er entschuldigte sich und erklärte, dass er spielsüchtig sei und deswegen das Geld gebraucht habe. Nach Paragraph 146 des Strafgesetzbuches wird gewerbsmäßige Geldfälschung mit einer Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren bestraft. Der Prozess wird fortgesetzt.
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