Farmsen: Alle gegen alle

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Die Situation an der Bushaltestelle unter der U-Bahnbrücke Farmsen ist für Radfahrer und Fußgänger unübersichtlich Foto: mdt

Hier kommen sich Passanten, Busgäste und Radler riskant in die Quere

Von Marco Dittmer
Farmsen
Rund um die Bushaltestelle am U-Bahnhof Farmsen wird der Bereich zur umkämpften Risikozone für Radfahrer und Fußgänger. Unter der U-Bahn-Brücke Richtung Bramfeld teilen sich ein- und aussteigende Fahrgäste der Busse und Radfahrer einen rund drei Meter breiten Weg. Immer wieder kommt es zu Beinaheunfällen, immer aus denselben Gründen: Mal überqueren Fußgänger unachtsam den Radweg, mal fahren Radfahrer ohne Rücksicht mit hoher Geschwindigkeit zwischen den Fahrgästen.
Ingrid Schmidt aus Farmsen hat so eine Situation miterlebt. Anfang Juli stieß die Rentnerin mit einem Radfahrer zusammen, verlor das Gleichgewicht und fiel auf den Gehweg – der Radfahrer fuhr einfach weiter. Nachdem sie den Unfall der Polizei meldete, rief sie auch den Rad-Reporter des Wochenblatts an. Der Unfall steckt ihr noch immer in den Knochen. Aus Angst, dass der „Fahrrad-Rambo“ sie erkennt, möchte sie nicht fotografiert werden. „Vor dem Zusammenstoß haben sich unsere Blicke getroffen“, sagt Ingrid Schmidt.
Bei einem Besuch an der Haltestelle wird mir schnell klar: Das Gefahrenpotenzial an der Bushaltestelle in Farmsen ist riesig! Während des Berufsverkehrs warten zeitweise bis zu hundert Fahrgäste auf Busse. Die vielgenutzte Metrobuslinie 26 fährt von hier aus über Steilshoop und Barmbek-Nord bis nach Winterhude. Wenn die Busse an die Haltestelle fahren, laufen alle los, die Wartenden Richtung Bustüren, ihnen entgegen kommen die aussteigenden Fahrgäste. Alle müssen über den rot gepflasterten Radweg, aber kaum einer schaut sich noch um. Viele Radler bestehen in dem Durcheinander noch auf ihr vermeintliches Vorfahrtsrecht und versuchen sich wild klingelnd oder mit hoher Geschwindigkeit Platz zu verschaffen.
Wer da nicht schnell genug ist kann, läuft Gefahr unter die Räder zu kommen. Ingrid Schmidt ist, bis der unbekannte Radfahrer gefasst wird, auf der Hut.
Fahrradsünder-Kartei?
Die Polizei habe ihr eine Kartei mit Fahrradsündern gezeigt, unter ihnen hat sie auch den Fahrrad-Rambo aus Farmsen wiedererkannt. Die Polizei jedoch dementiert die Existenz einer „Fahrradsünder-Kartei“. Das Bezirksamt will sich in den kommenden Tagen melden. Ich, der Wochenblatt-Rad-Reporter, berichte weiter.

Der Rad-Reporter:
Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen.
Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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1 Kommentar
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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 01.08.2015 | 14:55  
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