Feuerwehrmann verurteilt

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Andre K., 28-jähriger Feuerwehrmann, wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Sein Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert.Foto: dpa

Sorgfaltspflicht verletzt - Sechs Monate auf Bewährung

Tonndorf. Im Prozess um den tragischen Unfall im Juli vergangenen Jahres wurde nun das Urteil verkündet. Andre K. wird der fahrlässigen Tötung in zwei und der fahrlässigen Körperverletzung in 22 Fällen schuldig gesprochen, und zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.
Bei dem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Löschfahrzeug und einem Linienbus auf der Stein-Hardenberg-Straße in Tonndorf sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Gericht bezieht sich in der Begründung des Urteils vor allem auf die Ergebnisse des technischen Sachverständigen. Die Staatsanwaltschaft forderte nach zehn Verhandlungstagen acht Monate auf Bewährung. Während des Prozesses ging es vor allem um die Frage, wann Andre K. das Martinshorn einschaltete und mit welcher Geschwindigkeit er in die Kreuzung einfuhr.
Ein technischer Sachverständiger konnte eine Aufprallgeschwindigkeit von 43 km/h ermitteln. Wann genau die Sirene ertönte, konnte jedoch nicht klar geklärt werden. Die Erinnerungen zahlreicher Zeugen gingen hier weit auseinander.
Busfahrer ohne Schuld
Die Staatsanwaltschaft sah es schließlich als erwiesen an, dass Andre K. seine Sorgfaltspflicht verletzte, als er in den Kreuzungsbereich in Tonndorf einfuhr, machte aber deutlich dass mit dem Urteil der Prozess um einen tragischen Unglücksfall endet. Die Verteidigung sah auch den Busfahrer in der Verantwortung, der nach eigener Aussage das Löschfahrzeug schon aus rund 70 Metern Entfernung sah. Das Gericht widersprach allerdings dieser Auffassung und stellte klar, dass der Unfall vermeidbar war, wenn der Angeklagte die Geschwindigkeit angepasst hätte.
„Der Angeklagte ist in einen schicksalhaften Unfall verwickelt worden“, so die Verteidigung in ihrem Plädoyer.
Das tonnenschwere Löschfahrzeug war im Einsatz auf dem Weg zu einem Fahrstuhlbrand in Steilshoop. Nur wenige Minuten nach dem Verlassen der Feuerwehrwache in Tonndorf kam es zur Kollision. Andre K. ist wieder aktiv im Feuerwehrdienst, hat seit dem Unfall jedoch kein Einsatzfahrzeug mehr geführt. (mt)
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