Firmen gründen Initiative

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Viele Betriebe an der Walddörferstraße liegen hinter den Wohnhäusern Foto: Glitz

Pläne für Walddörferstraße umstritten. Gewerbetreibende fürchten Einbußen

Von Rainer Glitz
Tonndorf
„Wir haben wegen der geplanten Fahrradstraße starke Bedenken“, sagt Jens Kürsten. Er hat selbst einen Betrieb an der Walddörferstraße. „Wir sind auf Lastwagen bei der Anlieferung angewiesen“, so der Unternehmer. 17 Gewerbetreibende haben deshalb eine Interessengemeinschaft gegründet. Bis zu 300 Menschen arbeiten in diesen Betrieben. Darunter sind außer vielen kleineren Firmen auch ein Fachbetrieb für Metallveredelung und eine Schlosserei.
Im Gewerbehof Walddörferstraße 416 sind allein sechs Firmen untergebracht, darunter eine Autovermietung und eine Kfz-Werkstatt. „Wir sind auf eine gute Verkehrsanbindung angewiesen. Besonders die Autovermietung braucht einen Zugang rund um die Uhr“, sagt Grundstücksverwalter Frank Baumann: „Wir haben Angst, dass unsere Mieter abwandern ohne Zufahrt“. Die Radfahrer seien zum Wandsbeker Fahrradkonzept befragt worden, die Gewerbetreibenden nicht. „Ich habe den Eindruck, wir wurden völlig übersehen“, sagt Baumann. Er und seine Mitstreiter wollen in Sachen Fahrradstraße nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Die Interessengemeinschaft hat bereits Kontakt zur Handels- und Handwerkskammer und zum Wandsbeker CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Ralf Niedmers aufgenommen. Der Grundeigentümerverband soll ebenfalls gefragt werden. Und ein Anwalt soll die Interessen bündeln. „Wir werden uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren“, verspricht Baumann. Unterstützung bekommen die Gewerbetreibenden von der Wandsbeker Bezirks-CDU. Sie schließt sich der Kritik der beiden Bürgerschaftsabgeordneten Ralf Niedmers und Dennis Thering an. „Die beiden sind der Bezirksfraktion keinesfalls in den Rücken gefallen, wie dies die rot-grüne Koalition behauptet hat“, betont Kai Falcke, CDU-Regionalsprecher für das Wandsbeker Kerngebiet. Das Vorgehen sei abgesprochen gewesen. Gemeinsamer Gegenvorschlag zur Fahrradstraße mit möglichen Ableitungen und Sperrungen: Der Ausbau des Wandsewanderweges für Radfahrer. Die Idee sei von Umwelt- und Verkehrsbehörde als sinnvoll und wichtig bestätigt worden, passiert sei aber nichts. Angeblich fehle Personal und Geld. „Dass jetzt mit viel Aufwand die nur wenige Meter entfernte Walddörferstraße in eine Fahrradstraße umgebaut werden soll, ist ein weiteres Beispiel für die mangelhafte Prioritätensetzung der Hamburger Verwaltung“, so Falcke.
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5 Kommentare
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kai dirksen aus Eppendorf | 27.01.2016 | 00:50  
7
Vorstadt Strizzi aus Altstadt | 27.01.2016 | 09:26  
52
Klaus Sebaldt aus Barmbek | 27.01.2016 | 22:48  
11
Andrea Kupke aus Barmbek | 28.01.2016 | 11:25  
6
Ana di Lupis aus Rahlstedt | 30.01.2016 | 17:54  
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