Flüchtlinge feiern mit Nachbarn Sommerfest

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Mit einer spontanen Tanzeinlage überraschten die Bewohner die Besucher Foto: wb

Flüchtlingsunterkunft am Eichtalpark wurde zum internationalen Treffpunkt

Von Nicole Kuchenbecker
Wandsbek
Wenn man in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Schule am Eichtalpark das Sommerfest mitfeiert, dann lernt man internationale Küche kennen, hat Spaß beim Spielen und Tanzen und schließt neue Freundschaften mit seinen Nachbarn. „Mir gefällt das hier sehr gut“, sagt Oliver Kowalek, Bürgernaher Beamter im Polizeikommissariat 37, „ich bin hier heute nicht als Polizist, sondern als Freund.“ Und wie mit einem Freund plauderte er mit Bewohner Sheramzai Tajwar. Die zwei Männer verbindet ihre Arbeit. Auch Sheramzai war vor seiner Flucht im Polizeidienst beschäftigt. Heute lebt er gemeinsam mit 188 anderen Menschen, Familien mit Kindern und alleinreisenden Männern, in der Flüchtlingsunterkunft in Wandsbek und denkt über seine Zukunft in Deutschland nach. Gern würde er wieder als Polizist arbeiten. Oliver Kowalek gibt ihm Tipps für den Neuanfang und lädt ihn sogar zur Besichtigung zur Polizeiwache ein.

Nachbarn begeistert


Herzlichkeit bestimmt diesen Nachmittag. „Mit so einem Fest wird das ‚Bild vom Flüchtling’ aufgebrochen“, sagt Sarah Irek, Mitarbeiterin von Fördern und Wohnen. Sommerfest-Besucher werden mit Neugierde und Freude von den Flüchtlingen begrüßt. Zu den Gästen zählen auch Andrea Koch und Gerhard Klöpper. Sie wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft. „Wir haben eine Einladung erhalten“, sagt Andrea Koch, „und die haben wir gern angenommen.“ In der Sporthalle erklingt Musik und eine kleine Männergruppe bietet Volks-Gesänge und Tänze dar, dabei füllt sich langsam die Tanzfläche. Gerhard Klöpper kennt keine Scheu und tanzt mit. Während sich die Erwachsenen bei Musik und Tanz vergnügen, amüsieren sich die Kinder in der Hüpfburg, beim Schminken oder Spielen. Elias (7) ist mit seiner Mutter aus Afghanistan geflüchtet. Sein Gesicht ist im Spiderman-Look geschminkt. Zum ersten Mal hat er heute eine Hüpfburg kennengelernt; zum ersten Mal spielt er heute Tisch-Hockey mit Justus (5), einem Jungen aus der Nachbarschaft. Schnell freunden sich die zwei Kinder an. Gemeinsam spielen und Spaß haben – so lautet ihr Motto. Mit der Verständigung hapert es zwischen ihnen noch ein bisschen, doch da helfen Benjamin (7) und Arian (8), die ebenfalls aus Afghanistan kommen, weiter.

Positive Bilanz


Rund 20 ehrenamtliche Helfer haben gemeinsam mit den Mitarbeitern von Fördern und Wohnen sowie der Alraune gGmbH ein buntes Fest auf die Beine gestellt, bei dem sich Menschen näher kommen durften. Ramona Hillermann von Fördern und Wohnen zieht zufrieden Bilanz: „Es hat sich gelohnt. Es war ordentlich was los.“
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