Flüchtlingshaus in Rahlstedt läuft rund

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Die SPD-Abgeordnete Astrid Hennies setzt sich für junge Flüchtlinge ein Foto: tel

Für die Menschen der Stargarder Straße werden Paten gesucht, die bei Behördengängen helfen und deutsche Alltagskultur vermitteln

Von Michael Hertel
Rahlstedt
Nicht nur der Name hat sich an der Stargarder Straße (Oldenfelde) geändert: Aus der im letzten Dezember eröffneten Erstversorgungseinrichtung (Amtsdeutsch: EVE) für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) ist inzwischen die „Betreute Einrichtung für Flüchtlinge“ (BEF) entstanden. Der erfreuliche Unterschied: Die Bewohner müssen nicht mehr sofort ausziehen, wenn sie 18 Jahre alt geworden sind. „Das liegt natürlich daran, dass der Druck auf die Hamburger Einrichtungen durch die gesunkene Zahl der Flüchtlinge nachgelassen hat“, erklärt die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Astrid Hennies (48), die als Mitglied des Runden Tisches Oldenfelde die Entwicklung der Einrichtung unterstützt hat. Große Probleme hat es nach Information von Gerd Herzberg (66) von der Unterstützerinitiative „OH-JA“ bislang nicht gegeben: „Die Stargarder Straße gehört zu den am besten geführten Einrichtungen der Stadt“, sagt der ehemalige Bundesvize der Gewerkschaft Verdi. Das liegt nicht zuletzt an der großen Zahl ehrenamtlicher Helfer (rund 25; es gibt sogar eine Warteliste für Ehrenamtliche), die im Vorfeld von „OH-JA“-Initiator Klaus Schmidt-Siebrecht (77) gut organisiert wurden. Schmidt-Siebrecht hat sich inzwischen aus der Arbeit zurückgezogen. „Die Ziele, die wir uns mit OH-JA gesetzt haben, sind erreicht“, erklärt er „Deutschnachhilfe und Hausaufgabenbetreuung klappen hervorragend. Auch bei der Vermittlung von Betriebspraktika für die jungen Flüchtlinge verzeichnen wir erste Erfolge“, sagt Herzberg und erwähnt die HPA (Hamburg Port Authority) als leuchtendes Beispiel. Zur weiteren Verbesserung der Integration soll jetzt die Idee der Patenschaft vorangetrieben werden. „Wir suchen Paten, die sich gelegentlich mit ihren Schützlingen treffen, sie bei Behördengängen oder anderweitig unterstützen. Paten können die deutsche Alltagskultur vermitteln, sollten aber offen und tolerant gegenüber fremden Kulturen sein“, erklärt Herzberg und fügt hinzu: „Eine Patenschaft ist keine rechtliche Bindung. Wir erwarten allerdings, dass man die Patenschaft mindestens ein Jahr lang ausübt, um eine gewisse Kontinuität zu erreichen.“

Wer sich dafür interessiert, erhält weitere Informationen unter Telefon 647 83 95 oder gerd.herzberg@gmx.de

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