Flüchtlingshilfe läuft an

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Achim Friedmann vor den Containern an der Kellogg- straße. Hier entsteht die neue Annahme- und Ausgabestelle der Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlingshilfe Foto: je

Zwei Container als Spendensammelstelle in der Kelloggstraße aufgestellt

Von Martin Jenssen
Jenfeld
Jeden Tag kommen neue Flüchtlinge nach Hamburg. Deswegen muss auch die Hilfe für die Flüchtlinge auf breiter Basis erweitert werden. In Jenfeld hat sich dafür die „Arbeitsgemeinschaft Flüchtlingshilfe Hamburg e.V.“ gegründet. Auf einer Versammlung mit rund 80 Besuchern wurde erläutert, wie es jetzt weitergehen soll. Die Arbeitsgemeinschaft hofft vor allem, dass die Hamburger weiterhin so großartig spenden, wie sie es bisher schon getan haben. Gebraucht werden immer weiter Sach- und Geldspenden. Für den Winter muss vorgesorgt werden.
Die neue Sammelstelle der Arbeitsgemeinschaft wird auf einem Parkplatz in der Kelloggstraße eingerichtet. Zwei große Container, die der Flüchtlingshilfe kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden, stehen dort schon. Achim Friedmann vom Vereinsvorstand verspricht: „Die Annahme- und Ausgabestelle wird ständig besetzt sein.“ Auch ein Büro wird der Verein in den nächsten Tagen in der Nähe Kelloggstraße und des Zeltlagers im Jenfelder Moorpark beziehen.
Wie die Flüchtlinge in Hamburg durch Herbst und Winter kommen sollen, ist eine Frage, um die sich der Verein ernste Sorge macht. Noch bevor die Herbststürme einsetzen, sollten sie in festen Unterkünften untergebracht sein. Flüchtlingshelfer Friedmann: „Gebraucht werden Unterkünfte für rund 20.000 Flüchtlinge. Dafür werden rund 5.500 Wohncontainer benötigt. Es ist sehr fraglich, dass bis zum Winteranbruch so viele Container zur Verfügung stehen. Aber es gibt viele leerstehende Bürohäuser in Hamburg. Die könnten ohne großen Aufwand als Unterkünfte hergerichtet werden.“
Schwierig ist auch die medizinische Versorgung der Flüchtlinge. Im Zeltlager am Jenfelder Moorpark wurden keine weiteren mehr aufgenommen, weil dort die Hautkrankheit Krätze (Scabies) aufgetreten ist. Diese Krankheit, verursacht durch eine Milbe, ist durch Medikamente und Einhaltung besonderer Hygienevorschriften schnell zu bekämpfen.
Aber es sind in den Hamburger Flüchtlingslagern noch andere meldepflichtige Krankheiten aufgetreten, zum Beispiel Hepatitis B, Tuberkulose, Windpocken, Mumps und sogar ein Fall von Malaria. Friedmann ist deshalb froh, dass sich sehr viele Ärzte gemeldet haben, die ehrenamtlich in den Flüchtlingsunterkünften helfen werden. Die Hamburger Flüchtlingshilfe hofft auch darauf, dass sich, so wie Till Schweiger, künftig noch mehr prominente Hamburger Persönlichkeiten und Unternehmen für die Flüchtlinge engagieren werden.

In Jenfeld wird der Verein zu Gunsten der Flüchtlinge am Samstag, 29. August, von 8 bis 17 Uhr in der Kelloggstraße einen Flohmarkt und eine Tombola veranstalten. Um Spenden wird gebeten. Wer helfen will oder bei den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern mitmachen möchte, kann sich per Mail an fluechtlingshilfe-hamburg@outlook.de wenden.
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2 Kommentare
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Olli C. aus Barsbüttel | 13.08.2015 | 18:54  
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Tina Rohe aus Wandsbek | 15.08.2015 | 00:26  
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