Freibad wird nicht saniert

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Die Ansicht von der neuen Kurshalle macht die Runde Foto: kg

Außenbecken am Hallenbad als Ersatz. Großloher unzufrieden

Von Karen Grell
Großlohe
Zur Stadtteilkonferenz im Treff Großlohe waren in der vergangenen Woche mit weit über 100 Besuchern mehr als sonst gekommen. Grund dafür war die Vorstellung der Modernisierungsarbeiten für das Hallenbad im Stadtteil durch die Firma Bäderland (das Wochenblatt berichtete). Gleichzeitig erhofften sich die Rahlstedter an diesem Abend auch eine Antwort auf die wichtigste Frage: „Bleibt das Freibad am Wiesenredder bestehen oder nicht? Und der Applaus war große, als Andreas Brinckmann von der Firma Bäderland bestätigte, dass man vom alten Freibad zunächst die Finger lassen wolle. Bilder mit Ansichten des bald sanierten Hallenbades machten die Runde und Großlohe schien zufriedengestellt. Etwas stutzig wurden einige der Besucher, als klar wurde, dass erstens keine Sanierungsarbeiten für das marode Freibad aus den 1960-er Jahren geplant sind, und zweitens ein Außenschwimmbecken neben dem sanierten Hallenbad in Erwägung gezogen wird. Lediglich die Baupläne seien bisher noch nicht bewilligt worden. „Die halten uns doch nur hin“, so kritische Stimmen, die den gerade noch harmonischen Verlauf der Veranstaltung aufmischten - die Stimmung drohte zu kippen. Andreas Brinckmann versuchte die Vorzüge eines möglichen Freibades in zentraler Lage anzupreisen. Die Bewohner Großlohes sehen das aber ganz anders. Sie fühlen sich als Stadtteil oft vergessen und benachteiligt. Auch das Freibad sei ganz einfach kaputtgespart worden. Die sinkenden Besucherzahlen von über 200.000 in den 1970-er Jahren und den gerade einmal knapp 25.000 im vergangenen Jahr begründen die meisten Freibadnutzer mit den ungünstigen Öffnungszeiten: Am Morgen ginge es viel zu spät los und am Abend würde viel zu früh (18 Uhr) geschlossen werden. „Das Bad ist viel zu unattraktiv“, so eine Großloherin. Man habe keine neuen Spielgeräte installiert und auch am Außengelände nichts verändert. Manche Besucher erinnerten sich noch an die Zeit, als das Rahlstedter Freibad ein Naturbad mit aus der Rahlau aufgestautem Wasser war und Adolf und Emma Warnholz als Bademeister angestellt waren. „Zu dieser Zeit kostete ein Eis 10 Pfennige und es gab zwei Brücken, die direkt ins Wasser führten“, so die Besucher. Der Rahlstedter SPD-Politiker Ole Thorben Buschhüter verteidigt die Sanierungspläne fürs Hallenbad und gab zu bedenken, dass ein Neubau im Zentrum Rahlstedts auch für andere im Stadtteil attraktiv sein würde. Man könne es nicht jedem Recht machen und mit der Planung eines Außenbeckens gleich am Hallenbad werde dieses attraktiver. Überzeugt ging an diesem Abend kaum ein Besucher nach Hause. Viele wollen um ihr Freibad kämpfen.
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