Friedlicher Abschied am 100. Geburtstag

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Eva und Gudrun Hildebrandt im Jahr 2015 bei einem Urlaub in Eckernförde Repro: Jenssen

Trauer um Eva Hildebrandt, die am Ostersonntag starb

Von Martin Jenssen
Marienthal
Sie hatte ein erfülltes, langes Leben. Eva Hildebrandt aus der Jüthornstraße in Marienthal. Sie wurde 100 Jahre alt. Das Tragische: Sie starb am Ostersonntag, dem Tag, an dem sie ihren großen Geburtstag feiern wollte. Geboren wurde sie als Eva Breither am 16. April 1917 in Wilhelmsburg. Sie war das ältere Kind eines Zwillingspaares, Schwester Ruth kam vier Stunden später auf die Welt. Die Zwillinge wuchsen im damals idyllischen Wilhelmsburg auf. Der Vater arbeitete dort als Maschinenmeister am Wasserwerk. Nach dem Lyzeumsabschluss im Jahre 1933 begannen die Schwestern eine Schneiderlehre. Gemeinsam legten sie 1942 ihre Meisterprüfung ab und eröffneten ihren eigenen Betrieb: Das „Modeatelier Geschwister Breither“. Nach der Hochzeit mit dem Kaufmann Hermann Hildebrandt wurde 1953 Tochter Gudrun geboren. Gudrun trat beruflich in die Fußstapfen der Mutter. Sie arbeitet heute als Textilrestauratorin am Museum für Hamburgische Geschichte. Drei Tage vor ihrem 100. Geburtstag kam Eva Hildebrandt mit einem Schwächeanfall in ein Krankenhaus, wurde am Ostersonntag wieder entlassen. Sie freute sich auf den gebackenen Apfelkuchen so wie die Kaffeegesellschaft, die sie in Empfang nehmen wollte. Doch auf dem Wege zum Auto brach sie am Arm ihr Tochter zusammen. Die Geburtstagsgäste kamen in das Krankenhaus und nahmen dort von ihr Abschied. Ihre Tochter Gudrun: „Es war wirklich der Geburtstag der etwas anderen Art. Neben der Traurigkeit waren alle auch heiter und erleichtert, dass meine Mutter sich so friedlich und eingestimmt auf ihre Feier aus dem Leben verabschiedet hat.“
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