Frisch gepresster Saft aus eigener Ernte

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Helge Masch vom Botanischen Sondergarten hat die Aktion initiiert Fotos: Grewe

Mosterei auf Rädern im Botanischen Sondergarten. Großer Andrang wegen der guten Apfelernte

Von Elke Grewe
Hamburg. Alles, was man braucht, sind mindestens 50 Kilogramm Äpfel, Birnen oder Quitten. Den Rest erledigt Hamburgs mobile Mosterei auf Rädern und man ist anschließend stolzer Besitzer von ungefähr 35 Liter Saft aus selbst geernteten Früchten.
Am Montag fand im Botanischen Sondergarten Wandsbek (Walddörfer Straße 273) die erste Pressung von selbst geernteten Äpfeln statt. Und alle Anwesenden waren sich beim Verköstigen des Apfelsaftes einig: So frisch gepresst schmeckt er einfach sagenhaft gut! Kein Wunder, dass viele Besucher kamen. „Dieses Jahr ist ein gutes Apfeljahr“, freut sich Helge Masch, Leiter des Botanischen Sondergartens, der die Aktion mit der mobilen Mosterei initiiert hatte.
Wohl die meisten Äpfel zum Pressen brachte Harry Haase von seinem 200 Hektar großen Hof in Großenaspe. Der Wagen war bis an die Decke mit Kisten voller Äpfel gefüllt. Als er dann nach der Pressung den ersten Schluck nahm, strahlte er: „Köstlich! Und jedes Glas schmeckt, je nach Apfelsorte anders, ist quasi ein Unikat!“
Die mobile Mosterei gehört Ulrich Kubina. Zirka 70.000 Euro hat er in das grüne Gefährt investiert, das in Hamburg und Umgebung im Einsatz ist. Erst kommen die Äpfel zum Waschen in eine spezielle Anlage, dann werden sie zerkleinert und anschließend der Saft gepresst. Dann muss der Saft aber noch bei 80 Grad Celsius erhitzt und wie Milch pasteurisiert werden. „Die Vitamine bleiben dabei erhalten, aber der Saft ist dann ein Jahr haltbar“, so Ulrich Kubina. In Fünf-Liter Boxen abgefüllt (5 Packungen kosten 6 Euro) kann man ihn bequem nach Hause nehmen. „Und man weiß, man trinkt dann seinen Saft aus der eigenen Ernte“, betonen Heidi und Rainer Hilleke aus Horn. „Das ist der Vorteil der mobilen Mosterei.“ Das Ehepaar hat im Schrebergarten einen Altländer Pfannkuchen-Apfelbaum stehen. Dabei handelt es sich um eine robuste, 150 Jahre alte Apfelsorte. Der Baum ist schon seit 50 Jahren an dem Standort. „Wir haben eine Ernte von zirka 50 Kilo“, so Heidi Hilleke stolz.
Etwa eine Stunde dauert es, bis 100 Kilo Äpfel zu Saft verarbeitet werden. Das Ehepaar Herbert und Barbara Ebermann aus Volksdorf hat ihre zirka 100 Kilo Äpfel auf einem Anhänger mitgebracht. „Sie stammen von dem englischen Küchenapfelbaum, ebenfalls eine alte Apfelsorte“, so das Ehepaar.
Helge Masch, Leiter des Botanische Sondergartens in Wandsbek, freut sich, dass dieses Jahr die Mosterei auf Rädern so viele Apfelfreunde anzog. „Letztes Jahr war ein schlechtes Apfeljahr. Da kamen kaum Besucher.“
Für die späteren Sorten gibt es zwei weitere Termine für Pressungen: Montag, 6. und Dienstag, 28. Oktober, jeweils 12-18 Uhr im Botanischen Sondergarten Wandsbek, Walddörferstraße 273, Telefon 693 97 34. Wer sein Obst zum Vermosten bringen will, sollte folgendes beachten: Die Früchte müssen reif, sauber und ohne faulige Stellen sein. Äste und Blätter sollten entfernt werden. Das Obst möglichst erst kurz vor Mosttermin in entsprechende Behälter füllen
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