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Gut besucht: Knapp 90 Oldenfelder Bürger wollten sich informieren lassen Foto: wb

Großes Interesse an Plan für U-Bahn-Halt Oldenfelde

Von Michael Hertel
Oldenfelde Der neue Bahnhof Oldenfelde auf der U-Bahnlinie 1 kommt. Soviel wurde auf der ersten Informationsveranstaltung der Hamburger Hochbahn (HHA) am vergangenen Dienstag in der Aula der Erich-Kästner-Schule am Hermelinweg klar. Knapp 90 Bürger, überwiegend Anwohner, wollten sich vor Ort von Hochbahn-Experten und Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff über die Pläne informieren lassen. Sie konnten Anregungen und Bedenken zum geplanten Bau äußern. HHA-Pressesprecher Christoph Kreienbaum: „Das ist eine Premiere für uns. Noch nie hat sich die Hochbahn so frühzeitig von den Bürgern in die Karten schauen lassen. Die Bürgerbeteiligung wird über die gesamte Planungs- und Bauphase fortgesetzt.“
Die Idee zu einer weiteren Haltestelle zwischen den bestehenden Stationen Farmsen und Berne, voraussichtlich ab 2019, ist laut Kreienbaum auf den Beschluss des Senats zurückzuführen, das Hamburger U-Bahnnetz kräftig auszubauen.
Hinzu kommt, dass die Distanz zwischen den bestehenden Haltestellen mit 2,6 Kilometern laut HHA-Pressesprecher „den größten Abstand im Netz in der Hansestadt darstellt.“ HHA-Fachbereichsleiter Michael Heidrich brachte noch mehr Argumente: „Seit zehn Jahren steigen unsere Fahrgastzahlen überdurchschnittlich an. Mit der neuen Haltestelle verbessern wir die Erschließung des Stadtteils und werten Oldenfelde auf. Außerdem entlasten wir die Straßen von Autos und Bussen.“ Mit rund 4.500 Fahrgästen weist Oldenfelde laut HHA kaum weniger Fahrgast-Potenzial auf als die stark frequentierten Haltestellen Farmsen (4.800) und Berne (4.700). Wichtig sei der neue Halt vor allem für Senioreneinrichtungen und Schulen mit großen Einzugsgebieten.
Projektleiter Volker Schmidt wurde in Sachen Bauplanung konkreter: „Es soll eine U-Bahnstation mit Standardausstattung werden, also inklusive Fahrstuhl und Rolltreppe.“ Aber: Eine Straßenanbindung ist nicht geplant. Voraussichtlich zwischen den Straßen Am Knill/ Höhe Fünfstück/ und Busbrookhöhe gelegen, soll nur ein „Serviceweg“ für Feuerwehr und Hochbahntechniker zum neuen Halt führen. Die Station, zu Fuß über Grünanlagen erreichbar, soll vor allem eine fahrradfreundliche Station mit guten Abstellmöglichkeiten werden. Unklar bleibt zunächst, ob neben dem südlichen auch ein nördlicher Zugang gebaut werden kann: Dazu benötigt man das Einverständnis der SAGA, der dort Mietshäuser gehören. Ganz vorsichtig bezifferte Schmidt die Kosten des Projektes, das bis 2019 realisiert werden soll, auf zwölf bis 15 Millionen Euro. Ob mit Zufahrtsstraße oder ohne: Verkehrssituation und mögliche Lärmbelastungen waren die größten Sorgen der Anwohner, . Schon heute gäbe es in der Umgebung zu wenig Parkplätze, erklärten mehrere Bürger. Übrigens: Knapp 50 Bürger haben bereits rund 100 Fragen, Meinungen und Anregungen bei der Hochbahn eingereicht. Die nächste HHA-Infoveranstaltung zum Thema U-Bahnhof Oldenfelde soll noch vor den Sommerferien stattfinden.

Kommentar: Ein gelungener Auftakt
Die erste Informationsveranstaltung der Hamburger Hochbahn zum U-Bahnhof Oldenfelde war eine gelungene Premiere. Die Hochbahn hat sich Löbliches vorgenommen, indem sie die Betroffenen bereits in früher Planungsphase mit ins Boot holt. Fast 90 Anwohner nahmen das Angebot wahr und kamen ausführlich zu Wort. Zwei wichtige Probleme kristallisierten sich im Dialog heraus: Anwohner der Umgebungsstraßen fürchten noch mehr Parkplatz-Suchverkehr, wenn die neue Station steht. Dieses Problem könnte man vielleicht mit einer Anwohner-Parkzone lösen. Diskutiert wurde auch über einen zweiten Zugang am nördlichen Ende der neuen Haltestelle. Hier muss die SAGA als Grundstückseigentümerin mitziehen. Es wäre doch widersinnig, einen neuen Bahnhof für mehr als zehn Millionen Euro zu bauen, das Fahrgastpotenzial dann aber durch einseitigen Zugang nicht optimal zu nutzen. Der Oldenfelder Dialog wird fortgesetzt. (Michael Hertel)
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