Fuchs trabt durch Oldenfelde

Anzeige
Chiara, Axel, Cedric und Dörte Möller auf ihrem Balkon Foto: hbz

Familie Möller fotografiert Meister Reinecke vor der Haustür

Von Hubert Bätz
Oldenfelde. Ein Fuchs in Oldenfelde? Familie Möller hat ihn Am Knill gesehen. Meister Reinecke huschte im Eilschritt durch die Wohnstraße. Axel Möller:„ Ich erinnere mich genau, es war so gegen 14.30 Uhr. Meine Kinder Cedric und Chiara spielten mit Legosteinen in ihrem Zimmer. Da rief meine Frau vom Balkon plötzlich: „Axel, komm schnell, hier ist ein Fuchs!“ Möller zweifelte, doch dann sah er ihn mit eigenen Augen. Bevor aber einer der Möllers einen Fotoapparat oder das Handy zücken konnte, verschwand das Tier schnell im Gebüsch Richtung Rahlstedter Weg. Dörte Möller war sicher, dass das Tier wiederkommt und beschloss, mit einem Fotoapparat bewaffnet, auf dem Balkon zu warten. Sie wurde belohnt: Gut fünf Minuten später rief Sohn Cedric: „Guck mal, noch einer!“ Da war Reinecke Nummer zwei mit etwas dunklerem roten Fell in dieselbe Richtung unterwegs. Dieses Mal war Dörte Möller schnell genug. Sie drückte im richtigen Moment auf den Auslöser. Axel Möller berichtete Gert Haushalter vom Bürgerverein von seiner Beobachtung. Haushalter habe gemeint, dass Füchse als Überträger von Tollwut nicht ungefährlich seien. Tags darauf rief Möller in der Polizeiwache PK 38 an und fragte, ob die Beamten von ähnlichen Beobachtungen wüssten. Der Beamte erklärte ihm, dass seine Kollegen am Stadtrand von Farmsen und Oldenfelde schon häufiger Füchse beim Stöbern nach Abfall und Fressbarem entdeckt hätten.

Mehr Wild in den Städten

Wagen sich Füchse tatsächlich so nah an Menschen heran? Eva Goris von der in Bergedorf ansässigen Deutsche Wildtier Stiftung bestätigte gegenüber dem WochenBlatt, dass die Tiere vielerorts bei der Suche nach Nahrung in Wohngebieten gesehen worden seien. „Wir stellen mehr und mehr fest, dass Wild in die Großstädte einwandert. Dies liegt auch daran, dass die Tiere die Erfahrung machen, dass es sich in Städten gut leben lässt“, sagt Goris. Sie finden einen „reich gedeckten Tisch“ und würden kaum bejagt. Eine Gefahr gehe von den Wildtieren in der Regel nicht aus, sagt Goris.“ Trotzdem können nach Meinung von Experten Konflikte entstehen, wenn sich Tiere und Menschen zu nahe kommen. So können Füchse zwar keine Tollwut mehr übertragen, dafür aber den Fuchsbandwurm und die für Hunde gefährliche Staupe. Ob Familie Möller noch einmal einen Fuchs vor ihrer Haustür treffen wird? Sie werden die Augen auf jeden Fall offen halten.
www.deutschewildtierstiftung.de
Anzeige
Anzeige
1 Kommentar
97
Maren Gebhardt-Bruderhausen aus Barmbek | 05.07.2013 | 22:57  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige