Für ein friedliches Miteinander

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Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (Mitte) und Mitglieder der Gemeinde „Ahmadiyya Muslim Jammat“ pflanzen in Eilbek einen Friedensbaum. Foto: rg

Islamische Reformgemeinde pflanzt Friedensbaum

Von Rainer Glitz
Eilbek. „Liebe für alle, Hass für keinen“ steht auf einem Schild an dem Zelt-Pavillon im Eilbeker Bürgerpark. „Es soll kein Zwang sein im Glauben“, ergänzt ein Koran-Vers. Eingeladen hat die islamische Reformgemeinde „Ahmadiyya Muslim Jammat“. Als Zeichen der Verbundenheit mit Hamburg und dem Bezirk Wandsbek wollen Gemeindemitglieder einen Friedensbaum pflanzen. Eingeladen ist Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff. „Eine tolle Idee“, kommentiert er die Pflanzaktion. Bevor es an die Spaten geht, wird aus dem Koran zitiert. Dann wird der Ballen einer etwa vier Meter hohen Esskastanie gemeinschaftlich mit Erde zugeschaufelt. „Der Baum ist ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben miteinander“, betont Thomas Ritzenhoff.
Dies sei in Zeiten der NSU-Morde und einer rechten Demonstration in Eilbek im vergangenen Sommer umso wichtiger. „Wir wollen Leben geben, nicht nehmen. Und der Baum ist ein Symbol für das Leben“, ergänzt Laeeq Ahmad Munir, der Iman der „Ahmadiyya Muslim Jammat“ AMJ in Hamburg. Seine Gemeinde sei immer bereit, sich dem Dienst für die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Eine ähnliche Baumpflanzaktion gab es bereits im vergangenen Jahr im Bezirk Nord. Demnächst sind weitere in Altona, Harburg und im schleswig-holsteinischen Rellingen geplant. „Wir sind eine weltweite Gemeinde und legen Wert auf ein friedliches Nebeneinander in Deutschland“, sagt Fazal Ahmad, der Sprecher der AMJ. 30.000 Mitglieder hat die Organisation in Deutschland, davon 2.400 in Hamburg. Seit 1957 gibt es eine eigene Moschee in Stellingen. Die Gemeinde tritt für die ursprünglichen Werte des Islam ein: Barmherzigkeit, Gleichwertigkeit von Mann und Frau, Trennung von Religion und Staat und Beendigung der Gewalt im Namen der Religion. Die meisten Mitglieder der AMJ in Hamburg stammen aus Pakistan, dort wird die Reformgemeinde politisch verfolgt. Im Bezirk Wandsbek gibt es mehrere Untergemeinden. Der Kontakt zu Bezirkschef Thomas Ritzenhoff ergab sich übrigens bei einer Fernseh-Sendung des Bürger- und Ausbildungskanals Tide. Ritzenhoff sagte zu, demnächst einmal die Moschee der AMJ in Stellingen zu besuchen.
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