Für mehr Geborgenheit in Hamburg

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Pastor Thies Hagge vor der Friedenskirche an der Görlitzer Straße Foto: Christa Möller

Initiative von Pastor Hagge trägt Früchte: Zweite Seelsorge-Gruppe kommt

Von Christa Möller
Hamburg. Jenfeld zählt zu den ärmeren Stadtteilen Hamburgs. Viele Menschen mit wenig Einkommen leben hier. Die Lebensmittelausgabe des Vereins „kost-bar“ in der Freien evangelischen Gemeinde am Gleiwitzer Bogen 78 ist gut besucht. Die evangelisch-lutherischen Friedenskirche, die Freie evangelische Gemeinde und die Wegweiser-Gemeinde verteilen Nahrungsmittel an Bedürftige. Demnächst wird unter dieser Adresse auch die zweite „Gruppe Geborgenheit“ zu finden sein, die Menschen mit Problemen Hilfestellung gibt.
Gemeinschaft und Seelsorge
Pastor Thies Hagge hat die erste Gesprächsgruppe für Menschen etwa mit Suchtproblemen oder psychischen Einschränkungen bereits vor drei Jahren im Gemeindehaus der Friedenskirche am Öjendorfer Damm 58 initiiert. „Ich habe in meiner Seelsorge immer wieder Leute getroffen, denen nicht mit einer Serie von Gesprächen geholfen werden konnte, sondern die längere Begleitung brauchten“, erläutert Pastor Hagge. Das Angebot der „Gruppe Geborgenheit“ steht unter dem Leitmotiv „Gemeinschaft, Seelsorge und Hören auf Gottes Wort.“ Die Gruppe ist unabhängig von Kirchenzugehörigkeit und religiöser Orientierung und auch für Atheisten, Moslems und andere offen, wie der Pastor betont. Ehrenamtlich unterstützt wird er bei den Gruppengesprächen in seinem Gemeindehaus von Uwe Nebel aus Öjendorf und Helga Fässler aus Jenfeld, die sich auch in der neuen Gruppe engagieren wird.
Hier hilft auch Monika Bauer aus Billstedt ehrenamtlich. Alle drei verfügen nicht nur über das notwendige Einfühlungsvermögen, sie haben auch an entsprechenden Fortbildungen teilgenommen.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der christliche Glaube oft ganz konkrete Lebenshilfe gibt und das Selbstbewusstsein oder die Hoffnung stärkt, so dass man mit einem Problem fertig werden kann.“
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„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der christliche Glaube oft ganz konkrete Lebenshilfe gibt und das Selbstbewusstsein oder die Hoffnung stärkt, so dass man mit einem Problem fertig werden kann“, erzählt Thies Hagge. Dies sei aber nur ein Impuls, der aufgegriffen werden könne oder auch nicht, denn es gehe nicht darum, zu missionieren. Zu Beginn wird ein Lied gesungen, dann folgt ein Impuls aus der Bibel, ehe die Menschen in der Runde erzählen, wie es ihnen geht, wie die letzte Woche verlaufen ist.

Verschwiegenheit ist eine Gruppenregel

Zehn bis 15 Hilfesuchende kommen dienstags von 17 bis 18.15 Uhr im Musikraum links neben der Friedenskirche an der Görlitzer Straße bei Kaffee, Tee und Gebäck zusammen und sprechen über ihre Sorgen und Nöte. Hagge hat festgestellt, dass die zeitliche Begrenzung der Selbsthilfegruppe auf 75 Minuten praktisch ist. Die neue Gruppe trifft sich mittwochs von 14 bis 15.15 Uhr in der Freien evangelischen Gemeinde am Gleiwitzer Bogen 78. In den Ferien finden die Treffen nicht statt. Eine der Gruppenregeln die Verschwiegenheit.
„Bei Alkoholikern ist es gut, wenn sie ein Leben lang in der Gruppe bleiben, damit man das Problem nicht verdrängt. Das bezieht sich auch auf andere Suchtformen.“ Menschen mit irrealen oder realen Ängsten finden im Gesprächskreis der „Gruppe Geborgenheit“ ebenso Hilfe. „Wir versuchen ermutigend zu reagieren. Wenn es nötig ist, vermitteln wir auch weiter“, sagt Pastor Hagge und nennt als Beispiel den Fall eines trockenen Alkoholikers, der wieder zur Flasche gegriffen hat und nun im Krankenhaus stationär einen Entzug macht.
„Es ist ein vernetztes Arbeiten“, erläutert er mit Blick auf den Kontakt zu christlichen Therapeuten oder christliche Psychologen, die ihm im Bedarfsfall zwecks Rückfrage zur Seite stehen.
Pastor Thies Hagge wurde 1967 in Heide geboren, er studierte in Kiel Theologie und absolvierte sein Vikariat in zwei Dithmarscher Dörfern. Seit 18 Jahren ist er Pastor in der 3.500 Mitglieder zählenden Gemeinde der Friedenskirche in Jenfeld, wo er mit seiner Frau und den zwei Kindern lebt.
„Ich finde es gut, dass unsere Arbeit immer wieder Biografien sichtbar beeinflusst“, sagt Pastor Hagge mit Blick auf seine Arbeit in den Gruppen. (cm)

Weitere Infos über die Kirchengemeinde in Jenfeld unterfriedenskirche-jenfeld.de
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