Für mehr Leben im Bach

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Nabu-Mitglied Claudia Rötter (l.,36) und die freiwillige Helferin Johanna Back (40) schütten den Kies ins Bachbett Foto: wb

Naturschützer arbeiteten am Schleemer Bach. Tonnenweise Kies verbaut

Von Johanna Landeck
Jenfeld/Öjendorf
Zwölf engagierte Naturschützer trotzten am vergangenen Sonnabend dem hanseatischen Nieselwetter. Um 10 Uhr versammelten sich die Mitglieder des Naturschutzbundes (Nabu) und freiwillige Helfer, um das Bett des Schleemer Baches, der entlang des Öjendorfer Sees verläuft, mit Kies aufzuschütten. Gefragt waren dabei nicht nur Muskelkraft, sondern auch ein ausgeprägter Gemeinschaftssinn. Durchgeführt wurde die Aktion unterhalb des Parkplatzes am Reinskamp. „Der Bach verläuft an dieser Stelle als grade Rinne und ist in den vergangenen Jahren vernachlässigt worden“, erklärte Projektleiter Lars Panzer (38). „Wir wollen nun einen natürlichen Lebensraum für Fische und andere Kleinstlebewesen schaffen.“ Nicht weniger als zehn Tonnen Kies galt es mit Schaufeln in Schubkarren zu hieven und den steilen Hang bis zum Bachufer hinunter zu karren. Für die freiwillige Helferin Pia Parker (18) war von vornherein klar, dass sie beim Bachaktionstag des Nabu mitmachen wird: „Ich bin gerade mit der Schule fertig und möchte etwas in die Richtung Umweltschutz studieren. Daher habe ich nun angefangen, mich aktiv zu engagieren.“
Gabi Boigs (56) ist bereits Mitglied beim Nabu und unterstützt die Aktion, weil es ihr Spaß macht und sie etwas für die Umwelt in ihrem Stadtteil tun möchte. Dass sich der Einsatz für die Natur rund um den Öjendorfer See, der als Vogelschutzzone ausgewiesen ist, lohnt, weiß Geerd Tafelsky. Der 78-Jährige ist seit 1954 Mitglied im Nabu: „Wir haben hier ein außergewöhnlich gesundes Gewässer mit großem Tierbestand. Es leben hier sieben verschiedene Fledermausarten, die Nilgans, Schnatterenten, Tafelenten, Löffel- und Pfeifenten sowie, und das ist für Hamburg eine Seltenheit, Rohrdommeln als Wintergäste.“ Um die Fledermäuse und die Vogelwelt zu schützen, hat der Nabu rund 100 Vogel- und fünf Fledermauskästen angebracht. „Wir würden auf der Insel im See auch gern eine Bruthöhle für die Brandgänse bauen“, so Tafelsky. Doch das scheitere an behördlichen Hürden. Dass der Öjendorfer Park als Freizeitanlage genutzt wird, bringe allerdings auch typische Probleme mit sich, sagte Hartmut Machau, Gruppenleiter der Nabu-Ortsgruppe Öjendorf. „Wir müssen regelmäßig Angel- und Drachenschnüre aus dem Schilf holen und Müll aufsammeln“, kritisierte der 68-Jährige. „Daher ist es uns wichtig, die Öffentlichkeit über diese und andere Naturschutzprobleme aufzuklären.“
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