„Für Respekt im Verkehr“

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Auch in Miniatur: Kirsten Pfaues große Liebe ist das Fahrrad Foto: rg

Fahrradkoordinatorin Kirsten Pfaue über ihre Ziele und Pläne

Von Rainer Glitz
Wandsbek
„Tatsächlich ist das Fahrrad meine große Liebe“, sagt Kirsten Pfaue. Die Wandsbekerin ist Hamburgs neue Fahrradkoordinatorin. Aufgewachsen in Sasel, spielte sie als Jugendliche Handball bei Wandsbek 72. Und zum Training und zu den Spielen ging es stets mit dem Fahrrad. „Als ich mit 16 das erste Mal alleine verreist bin, fuhr ich mit einer Schulfreundin mit dem Fahrrad an die Mosel“, erinnert sich die neue Fahrradkoordinatorin. Es folgten Touren durch Deutschland und Europa. Während des Studiums betreute sie Radreisegruppen in Frankreich. „Ich finde, dass man auf dem Fahrrad am allerbesten die Welt erkunden kann. Man hat immer überraschende Begegnungen, man riecht die Umgebung und spürt den Weg, man ist unmittelbar im Geschehen“, sagt die 41-jährige Juristin, die zuvor im Bezirksamt Wandsbek Leiterin des Rechtsamts war.

Sicherheit ist zentrales Thema


Sie engagierte sich ehrenamtlich im ADFC und hob die Radreisemesse im CCH, die es heute noch gibt, mit aus der Taufe. Der Vorwurf der CDU, der Senat habe eine Fahrradlobbyistin auf einen teuren Luxusposten eingesetzt, trifft Kirsten Pfaue nicht. „Hamburg zur Fahrradstadt zu machen, ist eine zentrale Aufgabe“, sagt sie. Um alle Kräfte zu bündeln, brauche sie eben auch einen Stab. „Wenn sich Dinge verändern, ist es ganz wichtig, im Gespräch zu sein“, lautet ihr Vorsatz. Egal, ob mit Behörden, den Bezirken, Mobilitätsverbänden oder natürlich den Bürgern. „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ist ein zentrales Thema“, verspricht Pfaue. Fahrradstreifen auf der Straße hält sie für schneller und sicherer als die klassischen Radwege, weil Autofahrer die Radler besser sehen. „Die Hamburger wollen Rad fahren, die jetzige Infrastruktur kommt aber nicht hinterher“, meint die 41-Jährige.
Auch in Wandsbek gebe es viel Flickwerk. Pfaue will Alltags- und Velorouten ausbauen, Einbahnstraßen für Radfahrer öffnen, das StadtRad-Netz ausweiten und mehr und sichere Abstellmöglichkeiten schaffen. „Mein Ziel ist es, alte Lagerkämpfe zwischen Auto- und Radfahrern zu beenden. Alle Verkehrsteilnehmer sollen respektvoll miteinander umgehen“, sagt die Fahrradkoordinatorin. Schließlich entlaste jeder Autofahrer, der umsteigt, die Straßen. Sie selbst fährt übrigens auch weiterhin möglichst häufig mit dem Fahrrad zur Arbeit, und zwar mit einem E-Bike. Das ist gleichzeitig ihr Dienstfahrzeug. Dann fährt sie mit Helm. Zum Bäcker geht es auch mal ohne. „Das muss jeder selbst entscheiden“, sagt Pfaue.
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 20.11.2015 | 11:07  
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