Garantie und Gewährleistung in der Autowerkstatt

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Auch freie Werkstätten dürfen im Gewährleistungszeitraum Wartungen und Inspektionen an Kraftfahrzeugen durchführen, ohne dass die Garantie erlischt. Foto: Motoo/GVA/akz
Werkstattbesuche sind wegen anstehender Wartungstermine, einer Inspektion oder einer Reparatur für viele Autofahrer ein lästiges, aber notwendiges Übel. Oftmals herrscht bei den Verbrauchern Unklarheit darüber, ob Nachteile entstehen können, wenn die Arbeiten nicht von einer Vertragswerkstatt, sondern von einer freien Werkstatt durchgeführt werden. Die Unsicherheit unter den Autofahrern ist groß, niemand möchte etwa seine Neuwagengarantie aufs Spiel setzen. Verschiedentlich nutzen Fahrzeughersteller diese Ängste geschickt in ihrem Sinn und nicht selten werden dabei Verbraucher in die Irre geführt, etwa durch Aufkleber auf Serviceheften oder auf den Websites von Fahrzeugherstellern, die falsche Aussagen enthalten.
Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) geht gegen solche Wettbewerbsverstöße von Autokonzernen und Autohäusern vor, um den Wettbewerb zum Wohle der Verbraucher zu sichern. So wendet man sich gegen Formulierungen in Fahrzeughandbüchern und Serviceheften sowie Aufklebern und irreführende Zeitungsanzeigen, die beim Verbraucher den Eindruck erwecken sollen, dass Garantieansprüche davon abhängen, dass Wartungs- und Servicearbeiten ausschließlich durch Vertragswerkstätten der Fahrzeughersteller durchgeführt werden. Nach Angaben des GVA (www.gva.de) verstoßen derartige Aussagen gegen geltendes Recht. Dabei können Autofahrer eigentlich beruhigt sein: Auch freie Werkstätten dürfen im Gewährleistungszeitraum Wartungen und Inspektionen an Kraftfahrzeugen durchführen, ohne dass die Garantie erlischt. Weder die Ansprüche des Autofahrers aus der gesetzlichen Gewährleistung noch die Garantieansprüche können durch Wartung/Inspektion in einer freien Werkstatt bzw. Verschleiß- und Unfallreparaturen in Gefahr geraten.
Es kommt nicht darauf an, wo der Verbraucher die Inspektionen vornimmt, sondern allein darauf, wer das Problem verursacht hat. Empfohlen wird, dass auf der Rechnung vermerkt wird, dass die Arbeiten nach Vorgaben des Herstellers durchgeführt wurden. Ein „Stempeln“ des Serviceheftes durch die freie Werkstatt ist ebenfalls möglich, wenn die Inspektion gemäß den Vorgaben des Fahrzeugherstellers erfolgt ist.
Im Rahmen von Rückrufaktionen, Kulanz oder Beseitigung von Produktionsfehlern kann der Automobilhersteller dagegen Vorgaben machen, welche Teile eine Werkstatt zu verwenden hat und wo die Arbeiten durchgeführt werden müssen. In diesen Fällen wird die Arbeit nicht vom Kunden, sondern vom Hersteller bezahlt und es gilt der Grundsatz “Wer die Musik bestellt, bestimmt, was gespielt wird.” (akz)
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