Gas statt Müll

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Die Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld wird wohl still gelegt. Ein Blockheizkraftwerk soll dann die Fernwärme liefern. Foto: güb

Ende der MVA? Stapelfeld bekommt Heizkraftwerk

Von Günther Brockmann
Rahlstedt. Der Energiekonzern E.on Hanse will in Stapelfeld das größte Blockheizkraftwerk Norddeutschlands bauen. „Das neue Blockheizkraftwerk wird nach Fertigstellung an unser sogenanntes ‚Wärmeverbundnetz Ost‘ angeschlossen, das von Stapelfeld bis Bramfeld das Wärmenetz Ost abdeckt“, erklärte Ove Struck, Pressesprecher von E.on Hanse. Auch Rahlstedt und Farmsen würden dann mit Fernwärme versorgt werden können.
Die Müllverbrennungsanlage Stapelfeld soll Ende 2016 still gelegt werden. Hintergrund ist, dass künftig nicht mehr ausreichend Müll für die Verbrennungsanlage zur Verfügung steht. Hamburg und Schleswig-Holstein haben dieses schon signalisiert.
„Die Fernwärme von E.on Hanse wird ein 9.500 Kilowatt starker Gasmotor produzieren. Das neue Kraftwerk wird 80 Millionen Kilowatt Stunden Wärme herstellen. Diese Menge reicht aus, um Heizungen in rund 6.000 Haushalten zu versorgen“, erläuterte der Pressesprecher. E.on Hanse steht auch schon mit der Gemeinde Stapelfeld in Kontakt. „Ende August haben wir im Werkausschuss der Gemeinde Stapelfeld unser Projekt vorgestellt. Es wurde interessiert zur Kenntnis genommen“, so Unternehmenssprecher Ove Struck.
Der Rahlstedter CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Mitglied im Umweltausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft, Karl-Heinz Warnholz, hat sich in der Vergangenheit mit dem Thema Fernwärme aus Rahlstedt intensiv beschäftigt. „Die Ankündigung von E.on Hanse legt die Vermutung nahe, dass die MVA Stapelfeld ihren Betrieb einstellen wird. E.on Hanse nimmt seine Verantwortung ernst und löst frühzeitig das Problem der Fernwärmeversorgung durch den Bau eines Blockheizkraftwerkes. Wermutstropfen ist jedoch der Klimaschutz. Künftig muss Gas zur Produktion der Fernwärme herhalten. Vorher war es die Abwärme der Müllverbrennungs
anlage. Müllverwertung ist definitiv ökologischer als ein mit Gas betriebener Generator“, erklärte Karl-Heinz Warnholz.
Ob die Preise für die Fernwärme, die E.on Hanse eines Tages liefern wird, zu den gleichen Konditionen angeboten werden kann, steht noch nicht fest. „Zu eventuellen Auswirkungen auf die Preise kann heute noch keine Aussage getroffen werden“, erklärte Unternehmenssprecher Struck.
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