Gefährliche Radwege

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Aufgerissene Asphaltdecken entlang der Steilshooper Allee sind für Radfahrer gefährlich Foto: ms
 
Steilshooper Allee: Da fährt man lieber neben dem Radweg Foto: Sichting

Fahrradclub (ADFC) warnt vor Strecke an der Steilshooper Allee

Von Mathias Sichting
Steilshoop
Die Radwege an der Steilshooper Allee sind laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in einem „schlechten bis unglaublich schlechten Zustand.“ Aufgeplatzte Asphaltdecken, Pfützen und Schlaglöcher: Die Mängelliste an der Straße ist lang. Immer wieder erhalten die Wochenblatt-Redaktion und Radreporter Marco Dittmer (siehe rechts oben) Hinweise auf die schlimmen Zustände. Radfahrer gehen hier ein Risiko ein: Eine Fahrt auf den kaputten Wegen kann schnell zum gefährlichen Zick-Zack-Kurs werden. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit kommt es durch schlechte Lichtverhältnisse und Laub auf den Wegen zu brenzligen Situationen.
Die Probleme auf der Strecke sind vielfältig. Zwischen Ellernreihe und Tegelweg sind Steine auf dem Radweg abgesackt, der Weg ist zugewachsen, es gibt Querrillen. Noch schlechter ist der Zustand des Stücks westlich davon bis zur Bramfelder Chaussee. Eine Katastrophe ist der Radweg aus Sicht des ADFC zwischen Eichenlohweg und Bramfelder Chaussee. Ulf Dietze von der ADFC-Bezirksgruppe Wandsbek: „Man findet hier durchgehend zu enge Wege, in einem Teilstück sogar einen gemeinsamen Geh- und Radweg durch den Wartebereich einer Bushaltestelle, überall schadhafte Oberflächen. Hinzu kommt, dass große Teile mehrmals im Jahr für Wochen zugewachsen sind, beispielsweise entlang der Grünfläche bei der Osterkirche.“ Er kritisiert: „Die Steilshooper Allee ist eine auf Autofreundlichkeit getrimmte Straße, in der Fußgänger und Radfahrer übel an den Rand gedrängt werden.“ ADFC-Sprecher Dietze ist der Meinung, dass es wenig helfen würde, wenn der Radweg nun eine neue Oberfläche bekäme: „Die Probleme mit ungünstiger Linienführung in den Kreuzungen würden ja bleiben. Auch die Gefahren durch abbiegende Kraftfahrzeuge und die Probleme an der Tankstellenausfahrt bleiben bestehen.“

Pfaue beklagt altes Radwegenetz


Wie es gehen könnte, zeigt ein Abschnitt auf der Nordheimstraße bis zur Kreuzung Eichenlohweg/ Steilshooper Allee. Dort wurde der Radweg im Zuge der Baumaßnahmen zur Busoptimierung der Metrobuslinie 7 auf die Straße verlegt. Auf dem neuen Radfahrstreifen kommen die Radler zügig und sicher entlang der vielbefahrenen Straße voran. Kirsten Pfaue, Hamburgs Radfahrkoordinatorin gibt zu: „Die Bedingungen zum Radfahren sind in Hamburg vielerorts noch nicht zufriedenstellend. Ursache ist das an vielen Stellen immer noch dominierende Radwegenetz aus den 1960er und 1970er Jahren, das den heutigen Anforderungen an moderne Radverkehrsanlagen nicht mehr genügt. Der Radweg entlang der Steilshooper Allee ist ein typisches Beispiel dafür. Selbstverständlich ist es das Ziel, im Rahmen künftiger Bauprogramme dort eine Radverkehrsanlage zu schaffen, die sicheres, zügiges und komfortables Radfahren ermöglicht.“ Wann es konkret bessere Radwege geben wird, konnte sie nicht sagen. In naher Zukunft müssen die Radfahrer an der Steilshooper Allee weiterhin mit den schlechten Zuständen leben.
Auch auf der Fabriciusstraße befindet sich der Radweg insbesondere Richtung Barmbek in katastrophalem Zustand. Kein Wunder, dass die Radwege schon wieder auf der Tagesordnung der Stadtteilkonferenz am
18. November stehen. (ms)

Ruckelpiste:
Wo es genau auf Hamburgs Radwegen hakt, kann man im Internet im „Ärger-Atlas für Radfahrer“ nachlesen. Hier haben Radfahrer die Möglichkeit, Ärgernisse in eine Karte einzutragen. Für die Steilshooper Allee gibt es eindeutige Beschreibungen. Ein Radfahrer schreibt: „Der Radweg ist hier immer wieder aufgebrochen. Es sind riesige Löcher im Weg und der Belag ändert sich ständig: Mal Asphalt, mal Gehwegplatten, mal Sand. Eine einzige unbefahrbare Ruckelpiste." Weitere Infos: www.nahverkehrhamburg.de/aergeratlas

Der Rad-Reporter Marco Dittmer:
Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de
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1 Kommentar
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Eleonore Heilmann aus Bramfeld | 13.12.2015 | 22:20  
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